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Schafpocken: bis zu 10.000 verendete Schafe, 100 Denar Entschädigung je Kilo, und der Impfstoff ist noch unterwegs

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Schafpocken: bis zu 10.000 verendete Schafe, 100 Denar Entschädigung je Kilo, und der Impfstoff ist noch unterwegs

Vor der Regierung standen gestern Viehzüchter. Der Verband der Schafzüchter erklärt, an Schafpocken seien bislang zwischen 7.000 und 10.000 Schafe verendet, 40 bis 50 Herden seien vernichtet und rund 40 Familien ohne Einkommen. Am stärksten betroffen ist der Osten - im Raum Štip seien 70 bis 80 Prozent der Herden erfasst.

Verbandspräsident Naser Džemaili nannte auch die Zahl, die das Ausmaß zeigt: In Mazedonien gibt es derzeit rund 250.000 bis 300.000 Schafe. Bisher sind es über 50 Ausbruchsherde.

Die Entschädigung: 100 Denar je Kilo

Die Forderungen der Züchter sind drei - schnellere Impfung, Überprüfung der Entschädigung und ein Sonderfonds für jene, deren Herden vernichtet wurden.

Die Entschädigung liegt derzeit bei 100 Denar je Kilogramm. Milena Veličković, Züchterin aus Kumanovo und Vorstandsmitglied, stellte die Frage direkt: Was geschieht mit Zuchtschafen, deren Marktpreis fünfmal höher ist als die Entschädigungssumme?

Und eine zweite, einfachere Frage: Was ist mit den Subventionen? Eine Antwort bekamen sie nur für Fälle ab dem 1. Juli - vernichtete Herden gab es auch vor diesem Datum.

Tote Tiere, die in den Höfen liegen

Džemaili beschrieb ein Bild, das keinen Kommentar braucht. Es kommt vor, dass verendete Tiere wochenlang in den Höfen der Besitzer liegen, weil niemand sie abholt und nicht klar ist, wo sie vergraben werden sollen.

Ein zusätzliches Risiko: Ein Teil der Züchter bringt Tiere auf Viehmärkte, ohne zu wissen, ob sie erkrankt sind. Die Märkte laufen mit ungeimpftem Vieh und ohne Bewegungsbescheinigung.

Džemaili verwies auch auf einen Fall, in dem die Krankheit bei mehreren Herden festgestellt wurde und nach 20 Tagen niemand erschienen war.

Die offizielle Antwort: 500.000 Dosen, aber mit Bedingung

Das Landwirtschaftsministerium antwortete am selben Tag, die Institutionen befänden sich in einer koordinierten Reaktion. Aus der Türkei wurden 500.000 Impfdosen als Spende gesichert, die in diesen Tagen eintreffen sollen; bei der Europäischen Kommission wurde ein Antrag auf zusätzliche Mengen gestellt. Auch fachliche Unterstützung des EUVET-Teams wurde angefordert.

Vor dem Einsatz werden die Impfstoffe verpflichtend im Labor auf Sicherheit und Reinheit geprüft; geimpft wird nach Bestätigung der Ergebnisse, nach offiziellem Plan und unter Kontrolle der Lebensmittel- und Veterinäragentur.

Dazu kam eine Warnung. Jede Impfung auf eigene Kosten ohne Genehmigung der Agentur wird sanktioniert - und in diesem Fall hat der Besitzer weder Anspruch auf Entschädigung für erkrankte Tiere noch für beschlagnahmte.

Das Argument, das die Züchter nie bekamen

Hier gehen beide Seiten an einer wesentlichen Stelle auseinander. Veličković sagt, seit über einem Monat werde über die Impfung verhandelt, und reale Gegenargumente habe man nicht gehört - außer einem möglichen Exportverbot in die EU. Und selbst zu diesem Verbot gebe es keine offiziellen Angaben, ob und in welchem Umfang es gelten würde.

Ihr Vorschlag ist direkt: Wenn der Preis für die Rettung der Schafhaltung der Ausschluss vom europäischen Markt ist, dann muss der Staat neue Märkte öffnen. Als Beispiel nannte sie Serbien, das im Mai den algerischen Markt für Exporte geöffnet hat.

Nach ihrer Darstellung ist weder Fleisch aus der Krankheit noch Fleisch nach der Impfung schädlich für Menschen - eine Wartezeit für Milch und Fleisch geimpfter Schafe existiert nicht. Auch Džemaili betont, die Krankheit habe keine Auswirkungen auf Menschen und Lebensmittel.

Beide Seiten haben recht - in verschiedenen Punkten

Die Institutionen haben recht, dass unkontrollierte Impfungen die epidemiologische Nachverfolgung erschweren und die Wirksamkeit der Maßnahmen mindern können. Das ist technisch korrekt.

Die Züchter haben recht, dass ein Monat Verhandlungen ohne Ergebnis bei 7.000 verendeten Tieren und 50 Ausbruchsherden kein Tempo ist, das der Lage entspricht. Džemaili sagte es in einem Satz, der länger bleiben wird als jede Mitteilung: „Ich denke, das ist das Ende der Viehzucht.”

Der Viehbestand ist bereits geschrumpft, und das Interesse an der Schafhaltung sinkt seit Jahren. Die Pocken haben diesen Zustand nicht geschaffen - aber sie haben ihn deutlich sichtbar gemacht.