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Fünf Tonnen Marihuana durch den Zoll: Medizinlizenz als Tarnung, mindestens fünf Transporte

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Fünf Tonnen Marihuana durch den Zoll: Medizinlizenz als Tarnung, mindestens fünf Transporte

Die fünf Tonnen Marihuana, die Ende Januar in Serbien beschlagnahmt wurden, sind längst keine Geschichte über eine einzelne Lieferung mehr. Die Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität und Korruption hat die Ermittlungen auf sieben weitere Verdächtige ausgeweitet. Am Grundstrafgericht Skopje sind bereits die ersten Urteile gefallen - zwei Männer haben gestanden und sich auf einen Deal eingelassen.

Die Strafen: drei Jahre und sechs Monate, sowie drei Jahre und acht Monate. Verkündet am 10. August, auf Grundlage von Verständigungsvorschlägen. Wenn jemand die unerlaubte Herstellung und den Vertrieb von Betäubungsmitteln gesteht, heißt das meist: Die Beweislage ist so hart, dass sich ein Prozess nicht lohnt.

Was den Fall jetzt aufreißt, ist nicht die Menge. Es ist die Konstruktion darunter.

Die legale Lizenz als Fassade

Laut Anklage wurde für die illegalen Aktivitäten eine juristische Person aus Skopje genutzt, die eine Genehmigung für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken und eine Lizenz zur Extraktherstellung besaß. Also: eine Firma mit ordentlicher staatlicher Zustimmung. Die Eigentümer, von denen einer auch Geschäftsführer war, organisierten laut Ermittlungen Beschaffung und Transport nach Serbien.

Hier lohnt Präzision: Eine Lizenz für Medizinalcannabis ist ein legaler Geschäftsrahmen, der Missbrauch dieses Rahmens ist Gegenstand eines konkreten Strafverfahrens. Das eine ist nicht das andere. Die Frage aber, die über den Institutionen hängen bleibt, lautet anders - wer hat die lizenzierte Firma kontrolliert, und wie oft?

Mindestens fünf Transporte durch das reguläre Zollsystem

Die Staatsanwaltschaft sagt, dasselbe Modell sei bei mindestens fünf Transporten angewandt worden. Bei Lastwagen mit bereits verzollter und verplombter Ware wurde ein Teil der legalen Ladung entnommen und durch Kisten mit Marihuana von etwa gleichem Gewicht ersetzt. Dann fuhr das Fahrzeug Richtung Tabanovce, begleitet von einem Pkw. In den Zollpapieren stand Textil und Lebensmittel; die Drogen wurden als Nahrung, Kissen und Bettdecken getarnt.

Das ist kein Schmuggel im Kofferraum. Das ist Logistik - Dokumente, Plomben, Spedition, Lager, Menschen mit verteilten Rollen. Die Drogen liefen nicht am System vorbei, sondern hindurch.

Die Aktivitäten liefen laut Beschluss von einem nicht ermittelten Zeitpunkt im Jahr 2025 bis Ende Januar 2026, auf mazedonischem und serbischem Gebiet. Nach dem Grenzübertritt wurde die Ware im Gebiet Konjuh bei Kruševac gelagert und dort für den Weiterverkauf umgepackt. Genau dort meldeten serbische Behörden am 29. Januar die Beschlagnahme, die sie als größte in der Geschichte Serbiens bezeichneten.

Zwei Staaten, eine Ermittlung, eine offene Frage

Am 21. Juli erhob die serbische Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Personen. In Mazedonien umfasst das Verfahren sechs Personen seit Februar, plus die neuen sieben, plus Personen, deren Identität noch nicht feststeht. Für alle gilt die Unschuldsvermutung, bis die Schuld rechtskräftig festgestellt ist - das muss wiederholt werden, denn eine Ermittlung ist kein Urteil.

Aber es gibt eine Zahl, die die Institutionen nicht überspringen dürfen: Laut der Februar-Mitteilung wurden im Dezember 2025 8.832 Kilogramm getrocknete Cannabisblüten verpackt, zuvor bezogen von einer juristischen Person aus Strumica. Das ist nicht dieselbe Lieferung wie die fünf Tonnen. Das ist eine andere Menge, in einem anderen Dokument.

Der eigentliche Test ist nicht, wie viele Kilo beschlagnahmt werden. Der Test ist, ob jemand die ganze Kette rekonstruiert - von der Lizenz und den Papieren bis zum Geld und den Organisatoren. Bis dahin wird jeder nächste Fall aussehen wie der erste.