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Surowikin kehrte aus Afrika zurück und saß bei Putin: ein Signal, dass Moskau ein höheres Tempo will

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Surowikin kehrte aus Afrika zurück und saß bei Putin: ein Signal, dass Moskau ein höheres Tempo will

Wenn ein Name aus Afrika zurückkehrt und sofort bei einem Treffen mit Wladimir Putin auftaucht, ist das keine Personalfrage. Das ist die Ankündigung eines Tempos.

Die Rede ist von General Sergej Surowikin, der in der vorherigen Kriegsphase die russischen Streitkräfte in der Ukraine führte. Sein Name blieb mit einer völlig anderen Art der Operationsführung verbunden - einer engeren Verzahnung von Luftwaffe, Raketentruppen und Bodeneinheiten. Anders gesagt: eine Art, die weniger nach langsamem Knabbern und mehr nach Schlag aussah.

Seine Rückkehr sowie das angebliche Treffen mit Putin bewertete der pensionierte US-Oberst Douglas Macgregor, ein früherer Berater des amerikanischen Verteidigungsministers, im Gespräch mit Professor Glenn Diesen. Seine These: Moskau bereite sich womöglich auf eine weit härtere Phase vor.

Was hinter der Kombination steckt

Macgregor verknüpft drei Dinge: mögliche Wechsel in der russischen Militärspitze, die großen Kräfte, die Moskau noch in Reserve hält, und die Einschätzung, dass die Gefahr einer direkten europäischen Intervention in der Ukraine heute geringer ist als früher. Genau diese Kombination würde es Russland erlauben, vom bisherigen langsamen und methodischen Vorrücken abzugehen und zu versuchen, die Operationen erheblich zu beschleunigen.

In Teilen des russischen militärischen und öffentlichen Raums kursieren Informationen, das Mandat des Generalstabschefs Waleri Gerassimow könnte Mitte September enden. Eine offizielle Bestätigung für eine solche Entscheidung gibt es nicht, und das gehört wiederholt. Macgregor selbst äußert erhebliche Vorbehalte, dass ausgerechnet Surowikin ihn beerben würde - er meint, Moskau könnte einen General der Landstreitkräfte wählen. Gerassimow wiederum wird in demselben Raum mit dem langsameren, methodischeren Ansatz verbunden. Wenn die Spitze wirklich wechselt, heißt das, dieser Ansatz ist nicht mehr willkommen.

Odessa, nicht Charkiw

Die Analyse besteht auf einer geografischen Priorität: Charkiw als Ziel kann warten, Odessa nicht. Die Kontrolle über die Stadt am Schwarzen Meer würde das gesamte militärische, logistische und politische Bild der Südukraine umformen und einen schweren Schlag gegen Kyjiws maritime Position bedeuten.

Nur wird eine solche Operation nicht improvisiert. Sie verlangt gewaltige Vorbereitungen - die Verlegung von Luftabwehrsystemen und den Aufbau einer weit größeren Kapazität zur Versorgung von Operationen auf Distanz. Das lässt sich nicht verbergen. Beginnt eine Vorbereitung dieses Umfangs, wird man sie sehen.

Warum Polen in dieser Rechnung steht

Der heikelste Teil der Einschätzung ist die Behauptung, Russland zweifle zunehmend daran, dass europäische NATO-Mitglieder direkt in den Konflikt eintreten würden, falls die ukrainischen Linien schnell nachgeben. In diesem Szenario ist Polen zentral, denn sein Gebiet wäre die Hauptbasis für Ausrüstung, Versorgung und die Verlegung von Einheiten.

Hier braucht es einen klaren Kopf. Dies ist die Einschätzung eines pensionierten amerikanischen Obersts, kein Geheimdienstbericht und keine offizielle Position. Macgregor vertritt seit Jahren Ansichten, die in westlichen Militärkreisen scharf umstritten sind. Doch die Einschätzung lohnt das Zuhören genau wegen dem, was sie offenlegt - die Logik, in der ein Gegner danach bemessen wird, ob sich jemand einmischt, und nicht danach, was zutrifft.

Erwähnt werden auch Zahlen zu russischen Reservisten in der Ausbildung und zur Präsenz nordkoreanischer Soldaten, die ohne unabhängige Bestätigung durch die Analysen wandern. Wir geben sie als Behauptung weiter, nicht als Tatsache - der Unterschied ist wichtig, denn in diesem Krieg ist eine Zahl zuerst eine Waffe und erst danach eine Angabe.

Und das Wetter, buchstäblich

Das Ende der Analyse ist fast komisch in seiner Bodenständigkeit. Der September wird als möglicher Wendepunkt genannt, und der Ausgang hängt teilweise ab von - dem Regen. Wenn schwere Niederschläge das Gelände nicht in Schlamm verwandeln, könnten russische Kräfte in dieser Zeit deutlich intensivere Operationen führen.

Milliarden an Ausrüstung, Generäle, die aus Afrika zurückkehren, Analysten, die die Absichten ganzer Kontinente vermessen - und am Ende läuft alles auf die Frage hinaus, ob der Boden aufweicht. Der Balkan kennt diese Lehre aus der eigenen Geschichte: Ein Plan ist nur so gut, wie das Gelände es zulässt.