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Russische Raketen treffen eine Waffenausstellung bei Kiew: mindestens 10 Tote, und die Ukraine ermittelt auch gegen die eigenen Leute

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Russische Raketen treffen eine Waffenausstellung bei Kiew: mindestens 10 Tote, und die Ukraine ermittelt auch gegen die eigenen Leute

Mindestens zehn Tote und über 100 Verletzte - so lautet die Bilanz eines russischen ballistischen Angriffs auf eine Waffenausstellung bei Kiew. Die Raketen schlugen auf einem Übungsgelände neben der Autobahn nach Schytomyr ein, gerade während dort eine Veranstaltung mit Teilnehmern stattfand.

Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete zunächst mindestens sechs Opfer und „Dutzende” Verletzte. Später korrigierte Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko die Zahlen nach oben - mindestens zehn Tote und mehr als hundert Verletzte. Das Militär gab an, es seien drei Raketen abgefeuert worden, eine sei abgefangen worden, zwei kamen durch.

„Ballistische Geschosse bewegen sich extrem schnell, und Sicherheitsprotokolle dürfen nicht verletzt werden”, erklärte der Sprecher der Luftstreitkräfte, Oberst Jurij Ihnat. Er erinnerte daran, dass Massenveranstaltungen des Militärs und öffentliche Ereignisse seit Langem gerade aus Sicherheitsgründen verboten sind.

Und hier wird die Geschichte unangenehm für die Ukraine selbst. Es wurden zwei Strafverfahren eröffnet - eines wegen Verletzung des Kriegsrechts, das andere wegen eines möglichen Versäumnisses bei der Organisation der Veranstaltung. Mit anderen Worten: Es wird geprüft, ob jemand Menschen im Freien versammelte in einem Land, über dem jeden Tag Raketen niedergehen. In den ukrainischen Netzwerken tauchten sofort Fragen auf: Werbematerialien und Anmeldelinks könnten dem Feind den Standort verraten haben.

Der Rat für die Verteidigungsindustrie erklärte, er habe die Versammlung nicht organisiert, appellierte aber an die Menschen, keine Fotos, Videos und Geodaten zu teilen. Der Appell kommt - wie üblich - nachdem der Schaden bereits angerichtet ist.

Die Sirenen in Kiew heulten gegen 11:20 Uhr Ortszeit, und Bürgermeister Vitali Klitschko meldete daraufhin Explosionen in der ganzen Stadt. Russland hat seine massiven Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt in den letzten Wochen verstärkt - allein am 19. Juli feuerte es 25 ballistische Raketen ab, einer der größten Angriffe seit Beginn der umfassenden Invasion. Der Balkan kennt diese Szene auswendig: eine Sirene, Stille, dann eine Namensliste. Die einzige Frage ist, wie lange die Welt sie als Nachricht aus der Ferne betrachten wird.