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822 Drohnen in einer Nacht: 16 Tote in Russland und der Ukraine - am schwersten traf es eine Buchmesse

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822 Drohnen in einer Nacht: 16 Tote in Russland und der Ukraine - am schwersten traf es eine Buchmesse

Mindestens 16 Menschen kamen in einer einzigen Nacht ums Leben, bei Drohnen- und Raketenangriffen in beide Richtungen. Auf russischer Seite: fünf Tote in einem Wohngebiet im Gebiet Rostow, drei in den Gebieten Belgorod, Kursk und Moskau, drei in den von Russland kontrollierten ukrainischen Gebieten. Auf ukrainischer Seite: zwei Tote und 14 Verletzte im ArcelorMittal-Stahlwerk in Krywyj Rih, zwei in Saporischschja, einer in Sumy.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, über Nacht 822 Drohnen im ganzen Land abgeschossen zu haben. Achthundertzweiundzwanzig. Eine Zahl, die vor vier Jahren wie ein Druckfehler ausgesehen hätte und heute ein Nachtbericht ist.

Am schwersten traf es eine Buchmesse

Den größten Schaden erlitt eine Buchmesse in Kiew. Bei diesem Satz lohnt es innezuhalten - keine Militärbasis, kein Kommandozentrum, keine Munitionsfabrik. Eine Buchmesse.

In Podolsk bei Moskau wurde ein Lager des russischen E-Commerce-Riesen Wildberries getroffen. „Wir haben ganz normal gearbeitet. Dann begann die Evakuierung, also verließ ich das Lager. Es gab Bombardierung. Viele hatten keinen Ort mehr, an den sie zur Arbeit zurückkehren konnten”, sagte der achtzehnjährige Beka, ein Lagerarbeiter.

Ein Arbeitsplatz, eine Schicht, dann eine Evakuierung - und am nächsten Tag gibt es kein Zurück. Die Geschichte dieses Krieges ist längst von der Front in das gewandert, was wir normales Leben nennen.

Die Eskalation ist Strategie, kein Zwischenfall

Russland und die Ukraine verstärken seit Monaten ihre gegenseitigen Angriffe, und immer häufiger trifft es Zivilisten. Mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion stocken die diplomatischen Bemühungen um ein Kriegsende, und auf dem Schlachtfeld gibt es keine größeren Durchbrüche.

Das ist die Kombination, die eine Nacht wie diese unvermeidlich macht. Wenn die Front sich nicht bewegt und der Verhandlungstisch leer ist, bleibt nur, tiefer ins Hinterland des anderen zu schlagen - um zu zeigen, dass man es kann. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrei Worobjow, nannte den Angriff „einen der massivsten der letzten Zeit”. Das ist kein Eingeständnis einer Niederlage, das ist Werbung dafür, wie weit der Krieg schon reicht.

Die Zahl, die aufgehört hat, etwas zu bedeuten

Sechzehn Tote in einer Nacht sind in Europa keine Titelmeldung mehr. Das ist vielleicht der schwerste Teil dieser Geschichte - nicht die Zahl selbst, sondern wie leicht sie an uns vorbeigeht. Der Balkan kennt diese Phase auswendig: den Moment, in dem ein Krieg aufhört, ein Ereignis zu sein, und zur Wettervorhersage wird.

Wie viele solcher Nächte müssen vergehen, bis sich jemand wieder an einen Tisch setzt? Vorerst misst sich die Antwort in Drohnen, nicht in Verhandlungen.