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Zehn Tote bei Kyjiw, zwei Versionen desselben Angriffs: Moskau sagt militärisches Ziel, die Ukraine sagt Massaker

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Zehn Tote bei Kyjiw, zwei Versionen desselben Angriffs: Moskau sagt militärisches Ziel, die Ukraine sagt Massaker

Zehn Getötete, über hundert Verwundete - und beide Kriegsparteien begannen sofort, ihre Version desselben Angriffs zu erzählen. Der russische Angriff bei Kyjiw traf ein Objekt, wo, laut ukrainischen Quellen, eine Ausstellung und Vorführung unbemannter Flugzeuge stattfand, ukrainischer und ausländischer Systeme. Moskau behauptet, genau das sei ein legitimes militärisches Ziel gewesen. Kyjiw spricht von einem Massaker.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, seine Streitkräfte hätten einen „Gruppenangriff mit hochpräzisen Langstreckenwaffen” auf ein Objekt in der Nähe von Kyjiw ausgeführt, wo fortschrittliche Drohnen „ukrainischer und ausländischer Herkunft, verwendet für Angriffe auf zivile Ziele in Russland”, vorgeführt wurden. Damit verpackt Moskau das Ziel im Voraus als militärisch und nicht als etwas anderes.

Der Sprecher der ukrainischen Armee, Jurij Ihnat, bestätigte zwei Angriffe auf einen Truppenübungsplatz in der Region Kyjiw während der Drohnenausstellung. Die ukrainische Staatsanwaltschaft dokumentierte zehn Getötete und über hundert Verletzte. Unter den zum Zeitpunkt des Angriffs Anwesenden waren laut ukrainischen Quellen Drohnenhersteller, Vertreter des Kommandos für unbemannte Systeme und Angehörige der ukrainischen Dienste.

Lokale Medien berichteten von Explosionen in der gesamten Region Kyjiw, mit Informationen, das Ziel sei der Verband der Hersteller unbemannter Systeme „Armada” gewesen. Die geplante Ausstellung sollte unbemannte Flugzeuge, Detektionsausrüstung, Radarsysteme und Fähigkeiten zur elektronischen Kriegsführung zeigen - also genau das, was die ukrainische Armee im dritten Jahr in Folge am Leben hält.

Und hier ist die ganze Wahrheit über diesen Krieg in einem einzigen Bild: die Drohnenindustrie ist zur Front geworden, und die Ausstellungsmesse - zum Ziel. Jede Seite hat ihre eigene Staatsanwaltschaft, ihre eigene Erklärung, ihre eigene Zahl. Und die zehn Toten werden in eine Statistik eingerechnet, die die Welt längst nicht mehr bewegt. Der Balkan kennt diese Szene auswendig - wenn die Zahl der Opfer zu einem Argument in einer Debatte wird und nicht zu einem Grund, dass jemand innehält.