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Sverre Magnus, 20, das Gesicht der Rettung für das norwegische Königshaus: Eichen und Bänder, während sein Bruder im Gefängnis sitzt

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Das norwegische Königshaus durchläuft die größte Reputationskrise der jüngeren Geschichte - und in dieser Krise rückt plötzlich das jüngste Familienmitglied in den Mittelpunkt: Prinz Sverre Magnus. Mit 20 Jahren und fast 1,90 Meter groß übernimmt er nun institutionell, was normalerweise den Älteren im Palast zukommt.

Am vergangenen Wochenende absolvierte Sverre Magnus seinen zweiten alleinigen offiziellen Besuch - im Blaafarveværket, dem größten Bergbaumuseum Europas, in der Gemeinde Modum, die heuer ihren 250. Geburtstag feiert. Der Enkel von König Harald und Königin Sonja pflanzte eine Eiche und hielt einen zeremoniellen Auftritt. Das Museum, 1776 von Christian VII. zur Kobaltgewinnung eröffnet, ist heute eine Touristenattraktion mit historischer und künstlerischer Bedeutung.

Sein Solodebüt hatte er am 27. Mai 2025 bei einem Empfang für das norwegische Team von den Winter-Special-Olympics in Turin. Danach trat er gemeinsam mit seiner älteren Schwester, Prinzessin Ingrid Alexandra, beim Norwegischen Roten Kreuz auf, im Rahmen einer Veranstaltung für die freiwilligen Retter. Die konservative Partei schlug später vor, Sverre Magnus mit 18 in den Vollzeitdienst zu übernehmen.

Warum auf einmal dieser Fokus? Weil das Königshaus noch immer den Fall Marius Borg verdaut - den Sohn, den Mette-Marit vor der Ehe mit Haakon hatte. In der vergangenen Woche beantragte Borg, die Untersuchungshaft mit einer elektronischen Fußfessel auf dem Anwesen Skaugum zu verbüßen, doch der Richter lehnte ab - wegen hoher Wiederholungsgefahr. Borg bleibt bis zum Urteil, das im Juni erwartet wird, in Haft.

Vor Gericht sagte Høiby (Nachname von Marius) aus, die Isolation schade seiner Gesundheit - Schlafprobleme, Appetitlosigkeit, Zittern. Zu Drogen und Alkohol aus der Vergangenheit erklärte er: „Das ist ein geschlossenes Kapitel in meinem Leben." Doch das Gericht überzeugte das nicht. Und während der Bruder im Gefängnis sitzt, muss Sverre Magnus das Gesicht der Normalität sein.

Die Frage für die norwegische Monarchie lautet nicht, ob Sverre Magnus gut sein wird - er bemüht sich offensichtlich. Die Frage ist, ob eine Institution überlebt, dass ein 20-Jähriger Eichen für ein Fotoshooting pflanzt, während die Öffentlichkeit immer noch Gerichtsprotokolle über seinen Halbbruder liest. Familienkrisen königlicher Häuser auf dem Balkan wurden durch harte Hand gelöst. Das moderne skandinavische Modell hat diesen Luxus nicht.