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VREDI von Koalition zur Partei: 850 Delegierte, Kurti auf der Bühne, Co-Vorsitz Medžiti-Kasami

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Der albanische politische Block VREDI, der die wichtigsten albanischen Parteien in Mazedonien vereint, verwandelte sich am 9. Mai 2026 in Skopje von einer Koalition in eine einzige politische Partei. Der Kongress versammelte rund 850 Delegierte, Gäste reichten von Premier Dimitar Mickoski bis zum kosovarischen Premier Albin Kurti.

Die Struktur der neuen Partei sieht einen Co-Vorsitz vor: Izet Medžiti (Bürgermeister von Čair) und Bilal Kasami (Bürgermeister von Tetovo) übernehmen die Führung. Der erste Vize Bekim Sali erklärte die Logik: „Zur europäischen Integration gibt es keine Alternative. Dieser Prozess verlangt glaubwürdige Institutionen, Verantwortung und beständige Arbeit im Interesse der Bürger."

Kurti ließ sich am Kongress die Symbolik des Datums nicht entgehen: 9. Mai, Europatag. „Starke Symbolik", sagte er und berief sich auf die EU-Werte Frieden, Demokratie und Antifaschismus. Vertreter reisten aus Albanien und aus Preševo an. Damit wurde der Kongress nicht nur eine mazedonische, sondern eine regionale Demonstration des albanischen politischen Konsenses.

Fünf Resolutionen wurden verabschiedet, mit besonderem Fokus auf 40 Prozent Frauenanteil in Entscheidungsgremien, Jugendbestimmungen und Dezentralisierung. Auf dem Papier ein modernes europäisches Programm. Die Frage - wie bei jedem Parteiprogramm in Mazedonien - ist, ob daraus Praxis wird oder es bei Werbebroschüren bleibt.

Warum jetzt? Organisatorisch bedeutet mehrere Parteien unter einem Dach weniger interne Konkurrenz um Stimmen und mehr Verhandlungsmacht in der Regierung. Politisch ist es ein Signal an Brüssel: der albanische Faktor professionalisiert sich und positioniert sich als Partner, der bei EU-Verhandlungen Stabilität liefern kann. Der Balkan-Leser weiß: jede „vereinigte Partei" bringt neue Stärke mit, aber auch neue innere Spannungen. Diese ist keine Ausnahme - sie sind nur noch nicht sichtbar.