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Das Streifenshirt mit Matrosenmuster: 109 Jahre Widerstand gegen Trends und eine gute Idee von Coco Chanel

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Das Shirt mit horizontalen Matrosenstreifen ist eines jener Stücke, die man trägt, ohne sich zu fragen, warum - universell, funktioniert immer, gleitet nie in Modegag ab. Dahinter steht eine Frau, die 1917 entschied, dass Frauen bequeme Kleidung verdienen: Coco Chanel.

An der normannischen Küste, in einer Zeit, in der Korsetts Standard waren, beobachtete Chanel die Fischer in ihren charakteristischen Bretonshirts. Sie übernahm die Form und adaptierte sie für ihre Nautikkollektion 1917 - das Streifenshirt wurde zum Symbol der Befreiung von einengender Kleidung. Nicht nur ein Modestatement - eine der ersten praktischen Waffen im Kampf um weiblichen Komfort.

Von dort führte der Weg über Brigitte Bardot, Audrey Hepburn, Jean Seberg, James Dean und - unerwartet - Picasso. Jede Generation interpretierte es neu: in den 60ern als Pariser Bohème, in den 90ern als Minimalismus, in den letzten Jahren immer öfter kombiniert mit weiten Jeans und Vintage-Ballerinas zum Schlüpfen.

Das Geheimnis liegt in der Balance zwischen Klassik und modernem Setup. Das Streifenshirt funktioniert mit Gabardinemantel oder hellgrauem Blazer (minimalistischer Frühlingslook), mit weiten Jeans und Slip-on-Schuhen (Casual, geht für Homeoffice wie für ein Café), oder mit Hose mit hohem Bund und schulterbetontem Sakko (professionell, ohne streng zu sein).

Für die Balkan-Frau, die glaubt, Mode sei nur etwas für Leute mit grenzenlosem Budget: das ist eines von drei Kleidungsstücken, bei deren Kauf man keinen Fehler machen kann. 12-15 Euro für ein Basismodell bei Zara oder H&M, 30-40 Euro für etwas Langlebigeres. Hier verkauft man keine Illusion - hier kauft man ein Werkzeug.