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Orban verabschiedet sich, Ungarn wählt Europa: Péter Magyar gewinnt 138 Sitze und eine Zweidrittelmehrheit für Verfassungsänderungen

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Nach 16 Jahren an der Macht hat Viktor Orban seine politische Niederlage anerkannt. Seine Fidesz-Partei holte nur 55 Parlamentssitze, während die oppositionelle Tisza von Péter Magyar 138 - eine Zweidrittelmehrheit einfuhr, ausreichend für Verfassungsänderungen. Und zum ersten Mal seit sieben Jahren wendet sich Ungarn nach Brüssel, nicht nach Moskau.

Bei 97,35 Prozent ausgezählter Stimmen ist das Bild eindeutig: Tisza erhielt 45 Sitze über die Liste und 93 Direktmandate. Fidesz - 42 von der Liste und 13 direkt. Die nationalistische „Unser Heim" kam auf gerade einmal 6 Sitze. Orban gratulierte Magyar telefonisch - Magyar gab das auf Facebook bekannt.

Orban erklärte: „Das Ergebnis ist eindeutig: uns wurde keine Möglichkeit zum Regieren gegeben." Er dankte den 2,5 Millionen Fidesz-Wählern und versprach „Oppositionsunterstützung für die Nation." Magyar wiederum schickte eine Versöhnungsbotschaft: „Von heute an gibt es keinen besseren oder schlechteren Ungarn, nur einen Ungarn."

Für Mazedonien gibt es eine direkte Nachricht - Magyar erklärte auf einer Pressekonferenz, seine Regierung werde die guten Beziehungen aufrechterhalten. Die Zusammenarbeit mit Skopje wird nicht gefährdet. Ungarn wird sich nicht in die inneren Angelegenheiten Mazedoniens oder anderer Länder einmischen. Bemerkenswert, weil Orbans Regierung in den letzten Jahren aktiv in der Balkanpolitik mitgemischt hatte - und nicht immer in Richtung Demokratisierung.

Die internationale Reaktion kam sofort. Macron lobte den „Sieg der Demokratie" und Ungarns EU-Entscheidung. Ursula von der Leyen sagte schlicht: „Ungarn hat Europa gewählt." Merz und Plenković meldeten sich ebenfalls. Es ist das Eingeständnis, dass Orban in den letzten 16 Jahren ein Trend war, auf den Brüssel keine Antwort hatte. Nun bekommt Brüssel einen Verbündeten zurück.

Was bedeutet das für den Balkan? Eine prorussische Regierung weniger in der EU. Eine pro-europäische Regierung mehr im Südosten. Und ein Hindernis weniger für jene, die noch im Wartezimmer sitzen - wie Mazedonien, mitten in den Verhandlungen. EU-Beitritt gewinnt man nicht in Brüssel - man erkämpft ihn an der Wahlurne. Die Ungarn haben das heute geliefert.