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Intel mit 490 Prozent Wachstum in einem Jahr: die Regierung sitzt im Vorstand, Musk und Apple warten - tragen die Story die Chips oder die Politik?

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Intel, die Chip-Ikone des Silicon Valley, die vor zwei Jahren beinahe abgeschrieben war, hat ihren Aktienkurs in den letzten 12 Monaten um 490 Prozent erhöht. Nicht Tesla. Nicht Nvidia. Intel - das Unternehmen, dem Analysten 2024 Nachrufe schrieben. Wer ist der neue Chef, und was passiert tatsächlich hinter diesen Zahlen?

Lip-Bu Tan, der die CEO-Position im März vergangenen Jahres übernahm, verbrachte den größten Teil des ersten Amtsjahres mit etwas, das ganz anders war als das, was die Analysen erwarteten. Statt schmerzhafter Restrukturierungen schmiedete er große politische und geschäftliche Allianzen. Das Ergebnis: die US-Regierung ist heute drittgrößter Aktionär bei Intel, eine strategische Allianz mit Elon Musk (über SpaceX, für eine Fab) wurde geschlossen, und in den letzten Wochen wurden auch vorläufige Produktionsvereinbarungen mit Apple und Tesla gemeldet.

Das ist die Geschichte, die Bloomberg in einem Hintergrundbericht in dieser Woche erzählt - doch der schockantste Teil ist der, den sie selbst unterspielen: die Marktkapitalisierung von Intel hat sich um das 5,9-Fache erhöht. Die Börse ist sich bereits sicher, dass die Wende stattgefunden hat. Die Frage ist - ob sie tatsächlich stattgefunden hat.

Die Realität in den Werken ist weniger rosig. Die Ausbeuten der Intel-Chips liegen weiter spürbar hinter denen des taiwanesischen Marktführers TSMC. Mitarbeiter sagen anonym gegenüber Bloomberg, Tan habe intern wenig konkrete Verbindlichkeit eingeführt - manche Teams würden verpasste Termine nicht aufholen, sondern schlicht verschieben. Das heißt eines: die Aktie wird über strategische Plakate und Comeback-Rhetorik gehandelt, während die tatsächliche Produktionsmaschine sich noch quält.

Wird die Wall Street recht behalten - oder ist das eine weitere Geschichte überzogener Erwartungen rund um Tans Politik? Wenn die Regierung in Ihrem Vorstand sitzt, lesen Investoren das als Versicherung, dass das Unternehmen nicht scheitern wird. Das senkt das Risiko, baut aber nicht automatisch technologische Vorherrschaft auf. Die Frage bleibt - in dieser aktuellen Dynamik, tragen die Chips die Story oder die Politik?