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Turkish Stream ist die Lebensader des Balkans: Was passiert, wenn jemand sie durchtrennt?

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Der turkische Energieminister Alparslan Bayraktar sagte, was viele auf dem Balkan wissen, aber kaum jemand offentlich ausspricht: Wenn jemand Turkish Stream zerstort, waren die Folgen vergleichbar mit einer Blockade der Strasse von Hormus. Keine Metapher. Keine Ubertreibung. Eine direkte Warnung von dem Mann, dessen Land die Pipeline kontrolliert.

"Ein Angriff auf Turkish Stream ware auf die eine oder andere Weise aquivalent zu einer Blockade der Strasse von Hormus. Das haben wir bereits nach der Zerstorung von Nord Stream erlebt", sagte Bayraktar auf dem Diplomatischen Forum in Antalya.

Fur Serbien, Ungarn, Bulgarien, Nordmazedonien, teilweise Osterreich und Slowenien ist Turkish Stream die Arterie, die billigeres russisches Gas transportiert. Alternative? Laut Bayraktar gibt es keine. "Turkish Stream versorgt die Turkei und europaische Lander mit Gas. Es gibt keine Alternative", betonte der Minister.

Energie als militarisches Ziel

Bayraktar warnte, dass Energieinfrastruktur ausserhalb von Konfliktzonen bleiben muss. "Wenn man beginnt, Energieinfrastruktur als primares militarisches Ziel zu behandeln, offnet man ein neues Kapitel. Es wird eine endlose Liste potenzieller Ziele - Kompressorstationen, Transformatoren, die Pipeline selbst, Kraftwerke." Klingt das wie eine theoretische Warnung - oder wie jemand, der etwas weiss, das die offentlichkeit noch nicht kennt?

Gleichzeitig kundigte Bayraktar an, dass der erste Reaktor des Kernkraftwerks Akkuyu, das mit russischer Beteiligung gebaut wird, im Oktober mit der Stromerzeugung beginnen konnte. "Oktober ist ein recht optimistischer Zeitplan. Zusatzliche Monate konnten notig sein. Der Bau des Primarblocks ist zu 99 Prozent abgeschlossen", fugte er hinzu.

Der Balkan sitzt auf einer Pipeline, deren Zerstorung Chaos vergleichbar mit der Blockade der wichtigsten ol-Meerenge der Welt verursachen wurde. Wie viele Balkan-Regierungen haben einen Notfallplan?