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Die Ukraine blickt zum Himmel: Russland kündigte einen ersten echten Schlag mit der Oreschnik an, eine Abwehr gibt es kaum

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Die Ukraine blickt zum Himmel: Russland kündigte einen ersten echten Schlag mit der Oreschnik an, eine Abwehr gibt es kaum

Die Ukraine blickt dieser Tage mit einer Angst zum Himmel, wie sie sie bisher nicht kannte. Die Militärführung in Kiew warnt, dass zwischen dem 11. und 14. Juni eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass Russland erstmals die Rakete „Oreschnik“ mit einem echten, zerstörerischen Sprengkopf einsetzt - und nicht, wie bisher, bloß zur Demonstration.

Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Die bisherigen Starts waren eine Botschaft - eine Machtdemonstration ohne maximalen Schaden. Nun fürchtet Kiew, dass stattdessen Sprengköpfe mit Explosiv- oder Splitterladung kommen, die ungleich größeren Schaden anrichten könnten. Wird eine Botschaft zum Angriff, endet die Rhetorik dort, wo die Opfer beginnen.

Technisch ist die „Oreschnik“ eine Mittelstreckenrakete, entwickelt aus der Technologie der RS-26 „Rubesch“. Sie fliegt mit über Mach 10 - mehr als 12.000 Kilometer pro Stunde - und kann sechs Sprengkopfblöcke tragen, also bis zu 36 Elemente, die gleichzeitig einschlagen. Vom Start bis zum Ziel vergehen nur wenige Minuten.

Das Problem für die Ukraine ist, dass sie nichts hat, um sie abzufangen. Weder die „Patriot“-Systeme noch das fortschrittlichere amerikanische „THAAD“ oder das israelische „Arrow 3“ - die Kiew nicht besitzt - bieten sicheren Schutz gegen Ziele, die gleichzeitig, mit extremer Geschwindigkeit und auf schwer vorhersehbaren Bahnen ankommen. Mit anderen Worten: Dies ist eine Waffe, gegen die die Abwehr derzeit nahezu theoretisch ist.

Für den Balkan ist das keine ferne Nachricht. Jede Eskalation in diesem Krieg schlägt sich in Energiepreisen, in Flüchtlingswellen und in der Marktnervosität nieder, die wir unmittelbar spüren. Und jede neue „Wunderrakete“ ist eine Erinnerung daran, wie schnell die Rhetorik der Abschreckung in realen Schaden umschlagen kann. Die Frage ist nicht nur, ob Putin startet - sondern wie oft die Welt zulassen wird, dass die Schwelle des „Undenkbaren“ still verschoben wird.