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X räumt ein, jahrelang für umverpackte fremde Inhalte gezahlt zu haben: Die neuen Regeln fordern „signifikanten originalen Wert”, der nirgends definiert ist

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X räumt ein, jahrelang für umverpackte fremde Inhalte gezahlt zu haben: Die neuen Regeln fordern „signifikanten originalen Wert”, der nirgends definiert ist

Wenn eine Plattform selbst einräumt, das Falsche belohnt zu haben, lohnt es sich, genau zu lesen, was sie da eingesteht. X stellt sein bisheriges Programm zur Erlösbeteiligung ein und ersetzt es durch ein neues namens Original Content Rewards. Die Begründung lieferte Allegra Yakia aus dem Unternehmen: Das alte Programm sei „an einem Punkt angelangt, an dem die Anreize falsch gesetzt waren”.

Übersetzt: Jahrelang zahlte die Plattform Leuten, die fremde Inhalte zu sich holten, neu verpackten und Aufrufe einsammelten. Das ist keine Entdeckung von gestern - es war in jeder Timeline sichtbar. Der Unterschied ist, dass es jetzt das Unternehmen sagt, das die Regeln geschrieben hat.

Die Fristen sind knapp. Neue Teilnehmer werden ins alte Programm nicht mehr aufgenommen, bestehende verdienen bis zum 7. September, und ab dem 8. September kann man sich für das neue bewerben. Die Einstiegsschwelle: 500 verifizierte Follower und 500.000 Aufrufe von verifizierten Nutzern in der 90-tägigen Erstprüfung. Dazu ein Abo eines der kostenpflichtigen X-Pakete - das ändert sich natürlich nicht.

Wer entscheidet, was original ist

Die Definition ist weit: eigene Recherche und Analyse, selbst aufgenommene Fotos und Videos, selbst gestaltete Memes und Grafiken. Auch Kommentar zählt - aber, so die Bedingungen, „wenn der Inhalt regelmäßig von anderen erstelltes Material enthält, musst du signifikanten originalen Wert beisteuern”. Was „signifikanter originaler Wert” ist, wird nirgends definiert, und genau dieser Satz entscheidet, ob jemand bezahlt wird.

Das ist nicht der erste Versuch. Im April kürzte die Plattform bereits die Auszahlungen an Aggregator-Profile und an Profile mit Inhalten, die nur dem Klick dienen. Damals begehrten die populären Profile auf, die von diesem System leben, und Elon Musk nahm einen Teil der Änderungen zurück - etwa indem er dem heimischen Publikum eines Creators bei der Berechnung wieder mehr Gewicht gab. Das ist eine wichtige Information für jeden, der jetzt rund um die neuen Regeln plant: Dieses System ist unter Druck schon einmal eingeknickt.

Yakia ergänzte, das Programm werde weiter nachjustiert und die Latte mit der Zeit höher gelegt. Das klingt vernünftig, solange man es liest, und anders, sobald man begreift, was es heißt - die Regeln, nach denen jemand sein Einkommen plant, werden sich ändern, während er arbeitet. Wer Inhalte für eine Plattform produziert, die er nicht in der Hand hat, kennt diese Szene: Das Einkommen hängt an einem Algorithmus, den man nicht sieht, nach einem Kriterium, das sich am Montag ändern kann. Ergibt es Sinn, ein Handwerk auf so einem Fundament aufzubauen?