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Fluggesellschaften wollen Verspätungsentschädigung und Gepäckregeln abschaffen: Brüssel unter Druck, Passagiere zahlen die Rechnung

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Europas Fluggesellschaften setzen Brüssel unter Druck. Sie wollen die Verspätungsentschädigung abschaffen. Sie wollen die Freigepäck-Regeln abschaffen. Die Energiekrise dient als Vorwand. Und wenn sie nicht durchkommen, drohen sie mit Insolvenzen bis Jahresende.

Der Ryanair-CEO prognostiziert den "Zusammenbruch der europäischen Fluggesellschaften, wenn die Spritpreise hoch bleiben". Die Botschaft ist klar: Entweder Brüssel lockert die Regeln, oder die Branche kollabiert. Klassische Konzernerpressung mit jahrzehntelanger Erfolgsbilanz.

Europas kleine Flughäfen zahlen zuerst. Wenn eine Airline wegen teurem Sprit nicht mehr in deine Stadt fliegt, verliert dein Flughafen Passagiere. Skopje hat Glück - noch auf der Karte der Tagesflüge. Andere regionale Zentren weniger. Das heißt: weniger Verbindungen, weniger Optionen, höhere Preise für die, die bleiben.

Die Verspätungsentschädigung ist einer der größten Erfolge des europäischen Verbraucherrechts. 2004 eingeführt. Seitdem müssen Airlines bis zu 600 Euro für Verspätungen über drei Stunden zahlen. Ohne sie endet ein achtstündiger Verzug mit einem höflichen "Entschuldigung". Keine Pflicht. Keine Entschädigung.

Gleiches beim Gepäck. 2026 enthält fast jeder Basistarif in Europa Handgepäck bis zu einer bestimmten Größe. Manche Charterfirmen kassieren bereits extra. Sie wollen, dass das Standard wird. Heißt: Der 200-Euro-Flug wird mit Tasche zu 250-280.

Für den Balkan sind das direkte Kosten. Ein mazedonischer Reisender, der mit Handgepäck nach Wien fliegt, zahlt 30-50 Euro extra. Eine dreiköpfige Familie - hundert Euro über Budget. Und das nennt die Branche "Flexibilität". Brüssel hält noch dagegen. Aber unter wirtschaftlichem Druck wird jede Regel plötzlich "unflexibel". Und gewöhnliche Menschen zahlen die Rechnung.