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„Amerika fiel vor Putin auf die Knie" - und schickte in Wahrheit einen Kunstfunktionär

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„Amerika fiel vor Putin auf die Knie" - und schickte in Wahrheit einen Kunstfunktionär

Schlagzeilen in prorussischen Medien verkündeten, „Amerika sei vor Putin auf die Knie gefallen". Die Realität ist etwas bescheidener: Am diesjährigen Wirtschaftsforum in St. Petersburg nimmt eine amerikanische Delegation teil - zum ersten Mal offiziell seit 2017 - doch unter der Leitung von Rodney Cook Jr., dem Vorsitzenden einer amerikanischen Kommission für die bildenden Künste. So sieht eine Kapitulation kaum aus.

Die Teilnahme bestätigte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow, und die Amerikaner werden an einer Spezialsitzung mit dem Titel „Russland-USA: ein Dialog der Kulturen" teilnehmen. Ein Kulturfunktionär bei einer Kultursitzung - das ist eine Nachricht, die es festzuhalten lohnt, aber kein Beweis, dass sich die Weltordnung über Nacht gewendet hat. Der Unterschied zwischen „Die USA kehrten zum Forum zurück" und „Amerika kniete nieder" ist der Unterschied zwischen Journalismus und Propaganda.

Das Forum selbst soll rund 20.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern versammeln, mit Vertretern aus 76 Staaten. Putin wird eine Rede über die „neue Weltwirtschaftsordnung" und die Multipolarität halten - Moskaus Lieblingsthese der letzten Jahre. Am Rande ein Treffen mit dem Präsidenten Usbekistans über den Bau eines Atomkraftwerks durch das russische Rosatom.

Und hier ist der Punkt, den der Balkan gut kennt: Schlagzeile und Inhalt sind selten dasselbe. Wenn ein Medium dir ein „Megabeben" verkauft und einen Kunstfunktionär liefert, sagt es dir nicht, was geschah - es sagt dir, was du denken sollst. Die wahre Nachricht ist, dass Moskau offener gegenüber dem Westen wirken will, als es tatsächlich ist. Und das Bild von der Tatsache zu unterscheiden, ist genau das, wovor die Propaganda sich am meisten fürchtet.