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Der Planet erwärmt sich nicht nur - er beschleunigt: 0,35 Grad pro Jahrzehnt, bestätigt mit 98 Prozent Sicherheit

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Der Planet erwärmt sich nicht nur - er beschleunigt: 0,35 Grad pro Jahrzehnt, bestätigt mit 98 Prozent Sicherheit

Die Debatte, ob sich der Planet erwärmt, ist längst beendet. Die neue Studie beantwortet die ernstere Frage - ob er sich schneller erwärmt als früher. Die Antwort lautet ja, mit einer statistischen Sicherheit von über 98 Prozent.

Die in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass sich die Erde zwischen 2015 und 2025 mit einer Rate von 0,35 Grad Celsius pro Jahrzehnt erwärmte. Zum Vergleich: Der Durchschnitt von 1970 bis 2015 lag bei rund 0,2 Grad pro Jahrzehnt. Das ist eine Beschleunigung um etwa drei Viertel - innerhalb einer Generation.

Schwer zu entkräften macht die Zahl vor allem die Methode. Die Forscher analysierten fünf globale Temperaturdatensätze und rechneten natürliche Schwankungen gezielt heraus - El-Niño-Zyklen, Sonnenaktivität und Vulkanausbrüche. „Wir entfernen die bekannten natürlichen Einflüsse aus den Beobachtungsdaten, um das Rauschen zu verringern. Das macht das zugrunde liegende langfristige Erwärmungssignal deutlicher”, erklärte Grant Foster, pensionierter Statistiker und Co-Autor der Studie.

Die 1,5-Grad-Grenze

Der zweite Co-Autor, Stefan Rahmstorf, formuliert das Fazit ohne Abschwächung: „Wenn die Erwärmungsraten des letzten Jahrzehnts anhalten, wird die 1,5-Grad-Grenze des Pariser Abkommens vor 2030 dauerhaft überschritten.”

Vor 2030. Nicht vor Ende des Jahrhunderts, nicht in einer abstrakten Zukunft, über die irgendwessen Enkel entscheiden - sondern binnen vier Jahren. Rahmstorf ergänzt, wie weit sich der Planet noch erwärmt, hänge davon ab, wie schnell die globalen CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen null erreichen.

Warum das ein Novum ist

Die Beschleunigung wurde bislang vermutet, aber nie mit statistischer Signifikanz belegt. Erstmals können Forscher sagen, dass der Temperaturanstieg nicht nur hoch ist, sondern steiler wird - und es beweisen.

Der Balkan spürt das Sommer für Sommer, in Hitzewellen, die keine Nachricht mehr sind, weil sie zum Terminplan wurden. Der Unterschied zwischen 0,2 und 0,35 Grad pro Jahrzehnt klingt auf dem Papier klein. In der Praxis entscheidet er zwischen einem Sommer mit ein paar heißen Tagen und einem Sommer, in dem rote Warnungen Standard sind.