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Die 100 profitabelsten Firmen Nordmazedoniens verdienten 881 Millionen Euro - aber die Hälfte ging an nur 13 Unternehmen, und an der Spitze fast keine Bewegung

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Die 100 profitabelsten Unternehmen Nordmazedoniens verdienten 2025 zusammen 881,1 Millionen Euro. Ein Anstieg von 119,5 Millionen Euro gegenüber 2024, oder rund 16%. Liest sich wie ein gesundes Signal für die heimische Wirtschaft - bis man sich daran erinnert, dass die Hälfte dieses Gewinns an 13 Unternehmen ging.

Diese 13 Unternehmen - alle mit Einzelgewinn über 16 Millionen Euro - verdienten insgesamt 366,3 Millionen Euro. Das heißt: 87 Unternehmen teilen sich die restlichen 514,8 Millionen, oder durchschnittlich rund 6 Millionen pro Stück. Gewinnkonzentration ist Realität in jeder Wirtschaft, aber die mazedonische Version ist besonders scharf.

An der Spitze steht Johnson Matthey - die britische Industriegruppe, die in Nordmazedonien Autokatalysatoren herstellt. Ihr Gewinn 2025: 73,15 Millionen Euro. Eine Anlage - das ist Auslandsinvestition, keine heimische Firma.

An zweiter Stelle steht Makedonski Telekom mit 40,6 Millionen Euro - mehr oder weniger der übliche Verdächtige im Ökosystem. An dritter Stelle Alkaloid, eines der seltenen einheimischen Unternehmen an der Spitze.

Dieser Befund ist nicht trivial. Acht von zehn profitabelsten Unternehmen bleiben dieselben wie letztes Jahr. Nur zwei neue Einsteiger - A1 Nordmazedonien und Makpetrol. Das heißt: an der Spitze der mazedonischen Wirtschaft gibt es fast keine Rotation. Gleiche Spieler, gleiche Sektoren, gleiche Gewinne. Das ist Stabilität für Investoren - und ein Problem für junge Designer, Startup-Gründer oder jeden mit einer neuen Idee.

Dominante Sektoren: Automobilindustrie, Metallurgie, Energie, Telekommunikation, Pharma, Baumaterialien, Lebensmittelindustrie. Zementwerke, Telekoms, Medikamente, Zigaretten, Bier. Ein Wirtschaftsmodell, das mehr nach 1990ern aussieht als nach 2026. Wo sind die IT-Unternehmen? Wo sind die Export-Maschinenbauer? Wo sind Startups, die über Nordmazedonien hinausgewachsen sind?

Die Frage, die das aufwirft: warum erhöhten 77 Unternehmen den Gewinn, und 23 senkten ihn? Wird nicht beantwortet - aber im Kontext mehrjähriger Inflation und energetischer Instabilität bedeutet es: mehr Unternehmen haben die Kosten an den Käufer weitergegeben. Wir haben diese Gewinne bezahlt. Das ist die Realität hinter den schönen Zahlen.