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Neun Festnahmen in Batinci: Das Bulletin spricht von einer Steinschlägerei, die Anzeige von einem Angriff auf Vater und minderjährigen Sohn

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Neun Festnahmen in Batinci: Das Bulletin spricht von einer Steinschlägerei, die Anzeige von einem Angriff auf Vater und minderjährigen Sohn

Neun Personen aus dem Skopjer Dorf Batinci wurden festgenommen, nachdem sie sich gegenseitig mit Steinen beworfen hatten. Darunter sind zwei Minderjährige; bei dem Vorfall wurde auch ein Polizeifahrzeug beschädigt. Nach vollständiger Dokumentation des Falls wird die Abteilung für Gewaltkriminalität der Skopjer Polizei Anzeige wegen der Straftat „Gewalt” erstatten.

So beschreibt das Polizeibulletin die Szene: Nachbarn, die mitten im Dorf Steine aufeinander werfen. Doch es gibt eine zweite Anzeige vom selben Tag, und sie verändert das gesamte Bild.

Was vor den Steinen geschah

Gegen 20:00 Uhr erstattete der 41-jährige I.M. bei der Skopjer Polizei Anzeige. Er gab an, im Hof seines Hauses in Batinci von fünf Männern körperlich angegriffen worden zu sein. Laut Anzeige zerschlug einer von ihnen mit einem harten Gegenstand die Scheibe der Eingangstür, ein anderer fügte dem Anzeigenden und dessen minderjährigem Sohn mit einem scharfen Gegenstand Schnittwunden zu.

Es geht also nicht um einen spontanen Dorfstreit. Es geht um einen Angriff auf eine Familie im eigenen Hof, bei dem auch ein Kind verletzt wurde.

Wer was gewählt hat

Das muss präzise benannt werden, weil die zweite Beschreibung leicht unter der ersten verschwindet. „Schlägerei unter Nachbarn” ist eine Formulierung, in der alle gleich schuldig sind. „Fünf Männer drangen in einen fremden Hof ein und verletzten Vater und minderjährigen Sohn mit einem scharfen Gegenstand” ist etwas anderes.

Die Menschen, die diesen Hof betraten, haben eine Wahl getroffen. Kein systemisches Versäumnis zwang sie, keine Institution schickte sie. Alle Festgenommenen stammen aus Batinci - sie kennen einander also, leben in derselben Straße, und das Geschehene ist kein Missverständnis unter Fremden.

Wo der Staat ins Spiel kommt

Hier kommt die zweite Frage, und sie ist bereits institutionell. Festgenommen wurden neun Personen, darunter zwei Minderjährige. Angekündigt ist eine Anzeige wegen „Gewalt”.

In der Anzeige von I.M. sind jedoch auch mit einem scharfen Gegenstand zugefügte Körperverletzungen an einem Minderjährigen und Sachbeschädigung an fremdem Eigentum beschrieben. Das sind nicht dieselben Tatbestände. Das Innenministerium teilt mit, es würden Maßnahmen zur Aufklärung ergriffen - eine Formulierung, die bedeutet, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist.

Die nächste Zahl, auf die es zu warten lohnt, ist nicht die der Festgenommenen. Eine Festnahme dauert einen Tag. Bedeutung hat, welche Anzeige erstattet wird, gegen wen, und wie lange sie durch die Gerichte wandert - denn in einem Dorf, in dem Angegriffene und Angreifer Nachbarn bleiben, entscheidet allein das, ob der Fall abgeschlossen ist oder nur eine Pause bis zum nächsten Mal.