„Kriminalität als Dienstleistung“ mit Callcentern auch in Mazedonien: über 4 Millionen Euro Schaden, Opfer in 50 Ländern
04.11.2026
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02.11.2026
23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Am 16. August wurde im Skopjer Stadtteil Bardovci ein Sprengsatz gezündet. Zwei Tage später veröffentlichte die SDSM auf einer Pressekonferenz eine Aufnahme des Vorfalls und stellte eine Frage, die - falls zutreffend - schwerer wiegt als die Explosion selbst: Warum erfuhr die Öffentlichkeit nicht sofort davon?
Ab da war die Geschichte keine Sicherheitsfrage mehr, sondern eine politische.
Was die Opposition behauptet
SDSM-Generalsekretär Aleksandar Saša Dimitrijević forderte die Staatsanwaltschaft auf, sofort Ermittlungen einzuleiten. Nach Angaben der Partei wurde die Bombe in einen Hof geworfen, der mit Milko Boškovski in Verbindung steht, einem Beamten der Abteilung für organisierte Kriminalität im Innenministerium.
Unter Berufung auf Hinweisgeber behauptet die SDSM, der Anschlag gehe auf gescheiterte Geschäftsabsprachen und Provisionen von 300.000 Euro für Ausschreibungen im Kraftwerkskomplex REK sowie für Bauland in Skopje zurück. Die Partei verweist zudem darauf, dass der Beamte zuvor angezeigt worden sei, ein Bestechungsgeld von 200.000 Euro verlangt zu haben, und behauptet eine Verbindung zum Schwager von Ministerpräsident Hristijan Mickoski. Daraus leitet sie eine Verantwortung von Innenminister Pance Toškovski ab.
Was die Regierung entgegnet
Die VMRO-DPMNE reagierte am selben Tag mit drei Behauptungen. Erstens habe das Innenministerium den Vorfall in seinem Tagesbulletin gemeldet, mit Fotobeleg. Zweitens sei die Bombe nicht ins Haus des Beamten geworfen worden, sondern in das seines Vaters. Drittens habe die SDSM keine Beweise - nur „eine bunte Geschichte und Spekulationen”.
Die gesamte Oppositionserklärung nannten sie ein Produkt der „Fake-News-Fabrik”.
Was beide Seiten übersprangen
Sehen Sie sich an, was in diesen drei Punkten tatsächlich bestritten wird. Dass es eine Explosion gab - unbestritten. Dass das Haus mit einem Mitarbeiter der Abteilung für organisierte Kriminalität in Verbindung steht - unbestritten. Bestritten wird, wem das Haus genau gehört und ob es im Bulletin stand.
Das ist ein Unterschied in der Adresse, nicht im Fall. Wenn in den Hof der Familie eines Beamten der organisierten Kriminalität eine Bombe geworfen wird, ist die Frage „ist es sein Haus oder das des Vaters” keine Antwort - sie ist eine Fußnote.
Keine der drei Behauptungen der Regierungspartei berührt den Kern: ob es Provisionen gab, ob es eine Anzeige wegen eines Bestechungsgelds von 200.000 Euro gab und was die Staatsanwaltschaft daraufhin tat. Diese Fragen beantwortet ein Staatsanwalt, kein Sprecher.
Wer als Nächstes sprechen müsste
Die SDSM veröffentlichte später auch die Aufnahme der Überwachungskamera. Die Öffentlichkeit hat nun ein Video einer Explosion, zwei Parteierklärungen und keine einzige institutionelle Äußerung zum Inhalt der Vorwürfe.
Sind die Behauptungen falsch, stellt das eine Ermittlung fest, keine Mitteilung. Sind sie zutreffend, lautet die Frage nicht, wer im Schlagabtausch glaubwürdiger ist, sondern warum eine Explosion im Umfeld eines Mannes aus der Abteilung für organisierte Kriminalität über die Pressekonferenz einer Oppositionspartei an die Öffentlichkeit kam und nicht über die Institution, die diesen Kampf führt.
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