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65.280 Euro, 29.840 Franken und 161.500 Denar in Privatwohnungen: Wie eine Zahnarztlizenz gekauft wurde

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65.280 Euro, 29.840 Franken und 161.500 Denar in Privatwohnungen: Wie eine Zahnarztlizenz gekauft wurde

Bei zwei Personen, die mit der Fachprüfung für Zahnärzte zu tun haben, fand die Polizei 65.280 Euro, 29.840 Schweizer Franken und 161.500 Denar. In bar. In Privatwohnungen. Das ist die Summe, die die Polizei bei den Durchsuchungen zählte - nicht die Summe, die jemand als Einkommen angegeben hatte.

Die Geschichte ist einfach, und genau deshalb ist sie vernichtend. Eine 27-jährige Zahnmedizinstudentin aus Bitola überwies Geld auf das Konto eines Professors ihrer Fakultät - eines 56-Jährigen aus Gostivar, ehemaliger Vizepräsident der Zahnärztekammer. Die Absprache lief laut Polizei im Dezember 2025 über Viber. Der Professor sollte auf den dritten Mann in der Kette einwirken: den 63-jährigen Vorsitzenden der Kommission für Fachprüfungen von Gesundheitspersonal mit Hochschulabschluss im Gesundheitsministerium.

Am 17. Dezember 2025 legt die Studentin die Prüfung ab. Sie erhält das Zeugnis. Laut Polizeianzeige - ohne das erforderliche Wissen.

Was das für den Patienten auf dem Stuhl bedeutet

Die Fachprüfung ist keine Formalität. Sie ist die letzte Schranke zwischen jemandem, der ein Studium abgeschlossen hat, und jemandem, der Ihnen mit dem Bohrer in den Mund darf. Wenn diese Schranke per Viber für ein paar tausend Euro käuflich ist, lautet die Frage nicht, wie skandalös dieser Fall ist. Die Frage lautet, wie viele solcher Zeugnisse zirkulieren.

Denn das ist kein im Dezember erfundenes System. Es hat drei Beteiligte, die einander kennen, die wissen, wie gezahlt wird, über welches Konto und wer mit wem sprechen muss. Das ist keine Improvisation von Anfängern. Das ist Routine, die jemand eingefahren hat.

Die Strafanzeigen gingen an die Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von organisierter Kriminalität und Korruption - wegen Gewährung und Annahme einer Belohnung für rechtswidrige Einflussnahme sowie wegen Bestechlichkeit. Alle drei sind Verdächtige, nicht Verurteilte.

Doch das Bargeld in diesen Wohnungen erzählt die Geschichte, die die Anzeige nicht erzählen darf: 65.000 Euro sind kein Honorar für eine einzige Prüfung. Wenn das stimmt, bleibt nur eine Frage - wie viele Prüfungen, über wie viele Jahre?