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25 Meter Seide und 750 Millionen Zuschauer: Dianas Brautkleid führte zu einer Königin, die unter der Guillotine endete

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25 Meter Seide und 750 Millionen Zuschauer: Dianas Brautkleid führte zu einer Königin, die unter der Guillotine endete

Am 29. Juli 1981 sahen 750 Millionen Menschen in 74 Ländern zu, wie Diana Spencer in einem Kleid in die Kathedrale trat, das zum meistkopierten Brautkleid des zwanzigsten Jahrhunderts wurde. Fünfundvierzig Jahre später sagt eine Modehistorikerin, der Entwurf habe eigentlich zu einer anderen Königin geführt - zu jener, die unter der Guillotine endete.

Die Historikerin Amber Butchart zieht in einer BBC-Sendung zur Kleidungsgeschichte die Linie zwischen Dianas Brautkleid und den Porträts Marie Antoinettes von Élisabeth Vigée Le Brun. Die enormen gerafften Ärmel, der gekräuselte Ausschnitt - das ist die Silhouette der chemise à la reine, jenes Kleides, mit dem die französische Königin 1783 in einem Pariser Salon einen Skandal auslöste.

Die Zahlen des Kleides selbst sind fast absurd: 25 Meter Seide und Taft, 90 Meter Tüll und 10.000 Perlen und Perlmuttpailletten. Die Designer David und Elizabeth Emanuel nannten es „angemessen dramatisch”. Für ein Ereignis, das eine Dreiviertelmilliarde Menschen verfolgt, war Dramatik keine Stilentscheidung, sondern eine technische Anforderung.

Hier kommt das Wort ins Spiel, das Medien für diese Geschichte verwenden - Vorahnung. Marie Antoinette wurde im Oktober 1793 hingerichtet. Diana starb im August 1997 bei einem Autounfall. Beide Frauen kamen von außen in die Institution, beide wurden zum Symbol geformt, und beide endeten als Thema von Menschen, die sie nie kannten.

Doch das eine Vorahnung zu nennen, ist ein schöner Satz, der nicht trägt. Niemand entwarf 1981 ein Ende; entworfen wurde Prunk. Was sich tatsächlich wiederholt, ist kein Schicksal, sondern ein Muster: Eine Institution nimmt eine junge Frau, macht sie zu dem Bild, das sie braucht, und weiß dann nicht, was tun, wenn das Bild anfängt, ein Eigenleben zu führen.

Genau das macht das Kleid bis heute interessant. Nicht als Märchenreliquie, sondern als erstes Dokument der Produktion - der Moment, in dem eine Person zum Material wurde, das jahrzehntelang verarbeitet wird. Dreißig Meter Stoff, zehntausend Perlen und siebenhundertfünfzig Millionen Augenpaare, die zusehen.

Die Hochzeit war der Anfang. Die Frage, die selten gestellt wird, ist, ob jemand sie überhaupt gefragt hat, was sie tragen wollte.