Neunjähriger auf E-Scooter bei Saraj überfahren: Wer hat die Scooter auf eine Regionalstraße gelassen?
30.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Ein Neunjähriger aus dem Dorf Arnakija in der Skopjer Gemeinde Saraj liegt mit schweren Verletzungen im Notfallzentrum. Er fuhr einen E-Scooter. An der Kreuzung, wo eine Seitenstraße auf die Regionalstraße Skopje - Tetovo trifft, erfasste ihn ein Ford mit Skopjer Kennzeichen. Am Steuer: ein 67-jähriger Mann aus demselben Dorf.
Die Polizei hat jede Zahl. Uhrzeit - gegen 14:30. Datum - 28. Juli. Fahrzeug, Kennzeichen, Alter des Fahrers, Initialen. Interessanter ist, was im Bulletin fehlt: Was macht ein Neunjähriger auf einem E-Scooter an der Auffahrt zu einer Schnellstraße?
Die Antwort liegt nicht bei der Familie. E-Scooter kamen in Mazedonien deutlich schneller auf den Markt als ins Gesetz. Verkauft werden sie als Spielzeug, gefahren werden sie als Fahrzeug, und beim Zusammenstoß mit einem Auto sind sie weder das eine noch das andere. Keine Altersgrenze, die jemand tatsächlich prüft. Keine Helmpflicht, die jemand tatsächlich sanktioniert. Und keine einzige Straße in Saraj, auf der das Kind sicher hätte fahren können.
Eine Seitenstraße, die auf eine Regionalstraße mündet, ist im mazedonischen Verkehr ein klassischer Todespunkt. Auf der Hauptstrecke fährt man wie auf freier Strecke. Wer aus der Nebenstraße kommt, hat wenige Sekunden zum Abschätzen. Dazu ein Scooter mit lautlosem Motor, der schneller beschleunigt als ein Fahrrad - fertig ist das Bild.
Wer prüft die Sicherheit, und wer schreibt nur das Bulletin?
Der Tatort wurde aufgenommen, Maßnahmen zur vollständigen Aufklärung laufen. Diese Formel lesen wir nach jedem Unfall. Aufklärung heißt: Feststellen, wer schuld ist - der Fahrer oder das Kind. Sie sagt nichts darüber, warum die Kreuzung keine Ampel hat, warum es keinen Fußgängerüberweg gibt, warum Scooter auf Regionalstraßen fahren.
Das Kind kämpft im Krankenhaus. Der Nachbar, der es erfasst hat, wird wohl vor Gericht kommen. Und das nächste Kind auf dem nächsten Scooter an der nächsten Seitenstraße wird wieder nur eine Zeile im Polizeibulletin sein - solange niemand entscheidet, dass Infrastruktur und Regeln ebenfalls zur „vollständigen Aufklärung” gehören.
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