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Öl legte über 4 Prozent zu: Iran lehnte den Vorschlag zur geteilten Straße von Hormus ab

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Öl legte über 4 Prozent zu: Iran lehnte den Vorschlag zur geteilten Straße von Hormus ab

Der Ölpreis ist an den Weltmärkten nach der neuen Eskalation im Nahen Osten gestiegen und beendete damit drei Verlusttage in Folge. Brent legte über 4 Prozent zu, die US-Sorte WTI fast ebenso viel. Der Markt ist zurück im Modus, in dem eine Nacht militärischer Operationen mehr wiegt als sämtliche Fundamentaldaten zusammen.

Der Anstieg hat drei Ursachen, die zusammenfielen.

Erstens griffen US- und saudische Streitkräfte über Nacht Ziele im Irak an. Das US-Zentralkommando erklärte, es handle sich um Gruppen, die amerikanische Truppen in der Region und saudische Energieinfrastruktur direkt angegriffen hätten. Vom Iran unterstützte Milizen im Irak schickten den zweiten Tag in Folge Drohnen auf Ölanlagen in der Ostregion Saudi-Arabiens.

Zweitens teilte das US-Militär mit, es habe iranische ballistische Raketen abgefangen, die auf amerikanische Kräfte in der Region gerichtet waren.

Drittens - am wenigsten dramatisch, aber am konkretesten - sanken die US-Rohölbestände binnen einer Woche um rund 3,3 Millionen Barrel.

Die Straße von Hormus liegt wieder auf dem Tisch

Der diplomatische Strang verdient die meiste Aufmerksamkeit. Iran wies den Vorschlag Omans für eine 50-50-Kontrolle über die Straße von Hormus zurück und beharrt darauf, dass Teheran die volle Kontrolle über die einlaufende Schifffahrtslinie und einen Teil der auslaufenden Route behalten müsse.

Die Straße von Hormus ist der Engpass, durch den ein erheblicher Teil des Welt-Öls fließt. Jeder Zweifel an ihrer Sicherheit übersetzt sich schneller in den Preis als jede Meldung zu Produktion oder Nachfrage. Deshalb gab es Omans Vorschlag überhaupt - und deshalb ist seine Ablehnung keine diplomatische Fußnote.

Was Analysten prognostizieren

Die Einschätzungen lauten: Halten die geopolitischen Spannungen an, bewegt sich Brent zwischen 80 und 100 Dollar je Barrel, wobei die Ereignisse im Nahen Osten der Schlüsselfaktor für den globalen Energiemarkt bleiben. Zusätzlich stützt die Erwartung, OPEC+ könnte die geplante Produktionsausweitung ab Oktober vorübergehend stoppen.

Eine Spanne von 20 Dollar ist so breit wie ein Eingeständnis, dass es niemand weiß. Sie ist zugleich das Ehrlichste an der ganzen Analyse.

Achten Sie diese Woche darauf, was Sie lesen

Eine Beobachtung für alle, die die Zahlen verfolgen: Die in verschiedenen Berichten zitierten Niveaus unterscheiden sich diese Woche erheblich, weil sich der Markt fast stündlich bewegt und jeder Bericht einen anderen Moment einfängt. Wenn der Preis am selben Tag steigt und fällt, können die Schlagzeile „Öl gestiegen” und die Schlagzeile „Öl gefallen” beide stimmen - sie schauen nur auf verschiedene Stunden.

Das ist eine gute Erinnerung daran, dass der Barrelpreis dieser Tage kein Wirtschaftsindikator ist. Er ist ein Kriegsthermometer.