Noch eine Durchsuchung in Ohrid, noch eine Waage mit weißem Pulver: Der kleine Fisch geht immer am leichtesten ins Netz
04.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Zweiundfünfzig Jahre lang lebte eine Behauptung von Stephen Hawking als Theorie fort, die niemand direkt beweisen konnte: dass Schwarze Löcher, entgegen allem, was wir über sie wussten, langsam verdampfen. Nun sagt eine Gruppe von Physikern in Deutschland, sie habe zum ersten Mal gesehen, wie genau das geschieht - und zwar nicht im Weltall, sondern im Labor.
Das Team um Lorenzo Procopio an der Universität Paderborn hat kein echtes Schwarzes Loch erschaffen - das ist auf der Erde unmöglich. Stattdessen erzeugten sie mit einem ultraschnellen Laserimpuls durch eine spezielle Glasfaser etwas, das sich wie ein Schwarzes Loch verhält: Ein Impuls verändert die Eigenschaften der Faser und erzeugt für einen zweiten Lichtstrahl ein Analogon des sogenannten Ereignishorizonts. Mit diesem Trick spielt sich die Physik des Schwarzen Lochs vor den Augen der Wissenschaftler ab, ohne ein echtes Loch Lichtjahre entfernt zu brauchen.
Was sie sahen, bestätigt die größte Frage: die Hawking-Strahlung, der Mechanismus, durch den Schwarze Löcher Masse verlieren und schließlich - nach unmessbar langer Zeit - verschwinden. „Unser Experiment und die Theorie zeigen, dass die Hawking-Strahlung das Ergebnis eines direkten Prozesses ist", teilten die Forscher mit und fügten hinzu, dass echte Schwarze Löcher im All wahrscheinlich auf ebenso einfache Weise strahlen.
Warum sollte jemanden in Skopje, Bitola oder Tetovo das Verdampfen eines Schwarzen Lochs kümmern? Weil das eine jener seltenen Nachrichten ist, die nicht von Geld, Krieg oder Macht handeln - sondern von der Grenze des menschlichen Wissens. Ein Mensch, der mit einem Laser in einem Raum einer deutschen Universität eine vor einem halben Jahrhundert ersonnene Idee prüft und entdeckt, dass das Universum einfacher funktioniert, als wir dachten. In einer Welt voller Behauptungen, die bei der Überprüfung zerfallen, ist es gut, sich hin und wieder daran zu erinnern, dass manche Menschen noch messen, prüfen und Fragen beantworten, die sie überdauern.
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