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Thailand eröffnet still den Kampf um den Thron: eine Designer-Prinzessin gegen einen Thronfolger, den kaum jemand für bereit hält

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Thailand eröffnet still den Kampf um den Thron: eine Designer-Prinzessin gegen einen Thronfolger, den kaum jemand für bereit hält

Eine Prinzessin, die Mode entwirft, ein offizieller Thronfolger, dem Insider die Eignung absprechen, und eine Monarchie, die still nach einem Ausweg sucht. Thailand hat sein heikelstes Thema wieder geöffnet - wer wird auf dem Thron sitzen.

Der Staatsbesuch des thailändischen Königs Rama X. und der Königin Suthida in Frankreich Ende Juni - erst der zweite seiner Regentschaft - hätte eine rein diplomatische Zeremonie im Élysée bleiben können. Doch die Aufmerksamkeit galt einer anderen: Prinzessin Sirivannavari, der jüngsten Tochter des Königs, die die Familie auf der gesamten Reise begleitete. Ihre immer sichtbarere Rolle hat genau die Debatte neu entfacht, die der thailändische Hof am liebsten vermeiden würde - die Thronfolge.

Ihre Geschichte ist für sich schon ungewöhnlich. Sie ist das einzige Kind aus der zweiten Ehe des Königs, dem die Titel nicht aberkannt wurden, als er seine frühere Frau und die übrigen Kinder verstieß. Als Kind aus England nach Thailand zurückgebracht, wurde sie über die Jahre zu einer der engsten Figuren des Monarchen und baute zugleich eine Karriere als Modedesignerin auf. Eine Position, die in einer Monarchie fast niemand hat - zugleich außen und im Herzen der Familie.

Hinter dem zeremoniellen Glanz steckt echte Ungewissheit. Offizieller Thronfolger ist Prinz Dipangkorn, doch Zweifel an seiner Fähigkeit, die Krone zu tragen, umkreisen ihn beständig. Der Tod einer älteren Halbschwester, einst mutmaßliche Thronfolgerin, nach drei Jahren im Koma, hat die Erbfolge weiter verwischt. Ein thailändisches Gesetz von 1924 erlaubt einer Frau den Eintritt in die Thronfolge, wenn es keinen männlichen Erben gibt - aber nur mit Zustimmung des Parlaments. Daher die Spekulationen, dass gerade Sirivannavari als Kandidatin auftreten könnte.

Für einen Leser in unserer Region ist das eine Erinnerung daran, dass die Frage, wer auf den König folgt, nirgends einfach ist - weder in den alten Monarchien Asiens noch auf dem Balkan, wo die Nachfolge der Macht oft mit Blut statt mit Protokoll geregelt wurde. Der Unterschied: Thailand tut es hinter verschlossenen Türen, über Modeausstellungen und Staatsbankette, während der eigentliche Kampf um den Thron in der Stille tobt. Und Stille bedeutet, wie überall, meist, dass die Entscheidung noch nicht gefallen ist - oder dass sie gefallen ist, aber niemand sie laut auszusprechen wagt.