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„Er hat mir das Herz gebrochen” ist keine Metapher: Es gibt eine Diagnose, die genau diesen Namen trägt

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„Er hat mir das Herz gebrochen” ist keine Metapher: Es gibt eine Diagnose, die genau diesen Namen trägt

„Er hat mir das Herz gebrochen” ist ein Satz, den wir alle mindestens einmal gesagt haben und den wir alle als Metapher behandeln. Die Wissenschaft zeigt seit einigen Jahrzehnten, dass er genauer ist, als wir zugeben wollen - und dass es eine Diagnose gibt, die wörtlich diesen Namen trägt.

Das Takotsubo-Syndrom, bekannter als Broken-Heart-Syndrom, tritt nach plötzlichem emotionalem oder körperlichem Stress auf, der eine übermäßige Adrenalinausschüttung auslöst. Dr. Alfonso Valle Muñoz, Chefarzt am Krankenhaus „Marina Salud” in Dénia, gibt an, dass 85 Prozent der gemeldeten Fälle Frauen nach der Menopause sind. Zu den üblichen Auslösern zählt er die Nachricht vom plötzlichen Tod eines nahen Menschen, eine erschreckende medizinische Diagnose, den Verlust oder sogar den Gewinn einer großen Geldsumme, einen öffentlichen Auftritt, eine Scheidung, eine Naturkatastrophe.

Es sieht wie ein Infarkt aus, doch die Arterien sind frei

Das Heikelste ist, dass die Symptome praktisch nicht von einem Herzinfarkt zu unterscheiden sind: Brustschmerz und Atemnot. Beim Takotsubo kommt es zu einer vorübergehenden Schädigung des Herzmuskels, bei der der betroffene Teil, meist die linke Herzkammer, eine Form annimmt, die einer Oktopusfalle gleicht - daher der japanische Name.

Der entscheidende Unterschied liegt im Ursprung des Problems. Beim Infarkt kommen die Symptome von einem vollständigen oder fast vollständigen Verschluss einer Koronararterie, meist durch ein Blutgerinnsel über Fettablagerungen in der Wand. Beim Takotsubo sind die Koronararterien überhaupt nicht verschlossen. Deshalb muss die Diagnose in einer medizinischen Einrichtung gestellt werden - zuerst wird ein Infarkt über EKG, Blutwerte mit Herzmarkern, Echokardiographie und meist Herzkatheter oder Bildgebung ausgeschlossen. Das beurteilt man nicht zu Hause, nicht über das Internet und nicht über den Rat eines Freundes.

Warum sich das Gehirn am Rhythmus festhakt

Dr. Nazareth Castellanos, die seit Jahren die Verbindung zwischen Gehirn und Herz erklärt, liefert den vielleicht brauchbarsten Teil der ganzen Geschichte. Im Gespräch mit Mercedes Milá bei RTVE beschreibt sie, was passiert, wenn Angst die Kontrolle übernimmt: Wenn ein Mensch sich schlecht und verängstigt fühlt, schlägt das Herz sehr gleichmäßig, und was sehr gleichmäßig ist, lässt sich leichter verfolgen - und genau an diesem Signal hakt sich das Gehirn fest.

Daraus folgt etwas, das zu einfach klingt, um wahr zu sein, und es doch ist. Bewegung ändert das. Gehen, Laufen, Tanzen - jede körperliche Aktivität zwingt das Herz aus dem regelmäßigen Muster, weil es sich der Anstrengung anpassen muss. Diese Variation im Rhythmus erlaubt dem Gehirn, sich von den inneren Signalen zu lösen und die Aufmerksamkeit nach außen zu weiten.

Im Interview mit „El Mundo” geht Castellanos weiter: Das Herz ist das Organ, das die Arbeit des Gehirns am stärksten beeinflusst und ihm am meisten zuhört. Um wahrzunehmen, was jetzt geschieht, müssen Herz und Gehirn kommunizieren, um alle eingehenden Informationen zu verarbeiten.

Was das wirklich bedeutet

Das Broken-Heart-Syndrom ist selten, und die meisten Enttäuschungen enden nicht als klinischer Zustand. Doch das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Emotionen eine physische Spur hinterlassen und dass das Engegefühl in der Brust nach einer Trennung oder einem Verlust keine Redefigur ist. Hier, wo ein Arztbesuch wegen Trauer noch als Übertreibung gilt, ist das eine Information, die mehr wert ist als ein weiterer Ratschlag zum positiven Denken.

Und der zweite Punkt, weniger dramatisch: Der erste Schritt aus einer emotionalen Blockade ist kein großer. Ein Spaziergang. Bewegung. Etwas, das das Herz unregelmäßiger schlagen lässt als der Schmerz.