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Bürger geben dem Parlament eine glatte Vier - 74 Prozent sagen, Abgeordnete vertreten Eigeninteressen, 61 Prozent wissen nicht, wer ihr Abgeordneter ist

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Bürger geben dem Parlament eine glatte Vier - 74 Prozent sagen, Abgeordnete vertreten Eigeninteressen, 61 Prozent wissen nicht, wer ihr Abgeordneter ist

Die Bürger Mazedoniens geben dem Parlament eine Durchschnittsnote von 2,7 von 5 - im klassischen Schulsystem fast eine Vier. Das Ergebnis stammt aus einer Analyse des Instituts für Demokratie "Societas Civilis", durchgeführt zwischen dem 27. Februar und 10. März 2026 unter 1.002 volljährigen Bürgern im Land, mit einer Fehlertoleranz von plus-minus 3 Prozent.

Die Zahlen sind vernichtend. 74 Prozent der Bürger sind überzeugt, Abgeordnete vertreten persönliche Interessen. 66 Prozent meinen, sie folgten den engen Parteiinteressen ihrer Führung. 56 Prozent verbinden sie mit Wirtschaftsinteressen. Und nur 9 Prozent glauben, Abgeordnete vertreten die Interessen aller Bürger. Das liegt unter dem Niveau, auf dem eine Demokratie überhaupt funktionsfähig wäre.

Ein weiterer Befund: 21 Prozent glauben, die Regierung habe vollständige Kontrolle über das Parlament, nur 3 Prozent meinen, das Parlament kontrolliere die Exekutive ausreichend. Das ist praktisch das Gegenteil dessen, was die Verfassung vorsieht. Noch unangenehmer: 61 Prozent der Befragten können den eigenen Abgeordneten aus ihrem Wahlkreis nicht benennen. Wie soll dann eine sachkundige Wahl möglich sein?

Die kleine Verbesserung ist symbolisch - 2,7 im Jahr 2026 gegenüber 2,5 im Jahr 2025 und 2,3 im Jahr 2024. Anstieg um einen "Halbton". Andererseits gaben 42 Prozent an, mit dem Umgang des Parlaments mit der Kocani-Tragödie unzufrieden zu sein - das Ereignis, das als einprägsamster Parlamentsmoment 2025 gilt (von 31% der Befragten genannt). Das Parlament wird als "Bühne für Parteienkampf" wahrgenommen, nicht als Ort, an dem echte Arbeit für die Bürger geleistet wird. Das ist eine Diagnose, keine Meinung.