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Deutschland verlangt ein Attest ab dem ersten Krankheitstag - eine Änderung, die auch die Mazedonier dort unter Druck setzt

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Deutschland verlangt ein Attest ab dem ersten Krankheitstag - eine Änderung, die auch die Mazedonier dort unter Druck setzt

Deutschland hat entschieden, dass die telefonische Krankmeldung zu leicht geworden ist - und verlangt nun ein Attest schon ab dem ersten Tag. Eine Änderung, die auch die Tausenden dort arbeitenden Mazedonier direkt betrifft.

Die deutsche Regierung verschärft die Regeln für Krankmeldungen: statt der bisherigen telefonischen Meldung wird ein Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung schon ab dem ersten Tag der Abwesenheit vorlegen müssen. Die telefonische Meldung wurde als vorübergehende Maßnahme während der Pandemie eingeführt, blieb später aber dauerhaft für leichte Erkrankungen - Erkältungen, Grippe, Virusinfekte. Nun behaupten die Behörden, gerade das habe dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet.

Kanzler Friedrich Merz erklärte, das Land dürfe den wachsenden Missbrauch der Krankmeldungen nicht ignorieren, und der Chef des Arbeitgeberverbands, Rainer Dulger, wurde noch direkter: „Je höher das Krankengeld, desto höher die Abwesenheit von der Arbeit.” Dulger schlägt auch strengere Maßnahmen vor - eine Begrenzung der ununterbrochenen Krankmeldung auf sechs Wochen im Jahr und die Streichung von Nacht- und Wochenendzuschlägen für die Dauer der Krankmeldung.

Hinter der Rhetorik stehen Zahlen, die erklären, warum Berlin nervös wurde. 2024 fehlte ein durchschnittlicher Beschäftigter in Deutschland 20,8 Tage, gegenüber rund 16,8 Tagen im Jahr 2020. Insgesamt gingen 881,5 Millionen Arbeitstage verloren, was Schätzungen zufolge 134 Milliarden Euro an entgangener Produktion bedeutet, plus weitere Dutzende Milliarden, die Arbeitgeber an Löhnen zahlten, während die Beschäftigten zu Hause waren. Zusammengerechnet übersteigt die Rechnung 200 Milliarden Euro - eine Zahl, mit der selbst die reichste Wirtschaft Europas nicht spielen will.

Für einen Leser bei uns ist das keine fremde Geschichte. Deutschland ist Heimat eines großen Teils der erwerbsfähigen Mazedonier, die dort suchen, was es zu Hause nicht gibt - einen anständigen Lohn und geordnete Rechte. Wenn Berlin die Krankmeldungsregeln verschärft, trifft das jeden direkt, der in einer deutschen Fabrik oder auf einer Baustelle arbeitet. Und während man dort darüber streitet, ob 20 Krankheitstage zu viel sind, lohnt die Frage - wie viele Krankheitstage sich ein Arbeiter bei uns realistisch leisten kann, und ob überhaupt jemand seine verlorenen Tage zählt.