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OpenAI bietet dem Staat 5 Prozent seiner selbst an: ein Geschenk, das eher nach Versicherung aussieht als nach Großzügigkeit

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OpenAI bietet dem Staat 5 Prozent seiner selbst an: ein Geschenk, das eher nach Versicherung aussieht als nach Großzügigkeit

Wenn eines der mächtigsten Technologieunternehmen der Welt plötzlich beschließt, einen Teil seiner selbst zu „verschenken”, lohnt die Frage - wem und warum gerade jetzt.

OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat vorgeschlagen, 5 Prozent seines Kapitals an einen US-Staatsfonds zu spenden, und zugleich andere Unternehmen für künstliche Intelligenz aufgerufen, es ihm gleichzutun. Laut Financial Times hatte der Schritt von CEO Sam Altman ein sehr konkretes Ziel: die Beziehungen zur Regierung von Donald Trump zu glätten und die politischen Angriffe abzumildern, die immer lauter eine Rechnung von einem Sektor verlangen, der Milliarden verdient.

Die Idee ist für OpenAI nicht neu. Schon in seinem Grundsatzpapier vom April lancierte das Unternehmen den Gedanken eines öffentlichen Fonds, aus dem „die Erträge direkt an die Bürger verteilt werden könnten”, damit mehr Menschen am Gewinn des KI-getriebenen Wachstums teilhaben. Auf dem Papier klingt das schön. Doch zwischen dem Papier und der Tasche des einfachen Bürgers steht der Kongress, dessen Zustimmung nahezu zwingend wäre - und der die ganze Idee leicht zu einer Fußnote machen kann.

Hier verbirgt sich die eigentliche Geschichte. Wenn ein Unternehmen freiwillig einen Teil seiner selbst dem Staat anbietet, ist das selten ein reiner Akt der Großzügigkeit. Es ist eine Versicherung. Fünf Prozent Kapital sind heute ein niedriger Preis, wenn man das Wohlwollen jener Regierung kauft, die morgen entscheidet, wie sie einen reguliert, wen sie bestraft und wessen Modelle sie der Öffentlichkeit entzieht. Die Frage „wer profitiert” hat hier eine klare Antwort: am meisten das Unternehmen selbst.

Dass die Geschichte nicht so rosig ist, zeigt auch der Gegenvorschlag. Senator Bernie Sanders wollte etwas weit Schärferes - eine einmalige Steuer von 50 Prozent auf die Aktien der KI-Unternehmen, deren Erlöse in denselben Staatsfonds fließen würden. Sein Vorschlag kam bislang nicht einmal durch den zuständigen Ausschuss. Der Unterschied ist offensichtlich: Das eine ist ein freiwilliges Geschenk, bei dem das Unternehmen die Bedingungen selbst diktiert, das andere eine Pflicht, die ihm jemand von außen auferlegen will. Es ist nicht schwer zu erraten, welche der beiden das Valley bevorzugt.

Für einen Leser in unserer Region ist das keine ferne amerikanische Geschichte. Das Modell ist bekannt - die Mächtigen bieten einen Teil an, um alle übrigen Teile zu behalten, während die „Beteiligung der Bürger” ein Versprechen bleibt, das immer wiederholt wird, aber selten auf dem Bankkonto ankommt. Ob die Technologie, die gemeinsamen Wohlstand verspricht, ihn wirklich teilt oder nur Schutz für jene kauft, die ihn bereits halten - das wird sich nicht in den Mitteilungen zeigen, sondern darin, wer am Ende das Geld zählt.