Noch eine Durchsuchung in Ohrid, noch eine Waage mit weißem Pulver: Der kleine Fisch geht immer am leichtesten ins Netz
04.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Wer billige Sachen aus ausländischen Onlineshops bestellt, für den endet die Zeit von „kostenlos bis zur Tür" langsam. Seit dem 1. Juli 2026 hat die Europäische Union eine fixe Zollgebühr von 3 Euro pro Artikel auf Sendungen von außerhalb der EU eingeführt. Und bis zum 1. November wird eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr vorbereitet, deren genaue Höhe noch nicht feststeht.
Ein wichtiges Detail, das viele erst lernen werden, wenn die Rechnung kommt: Die drei Euro werden pro Artikel der Zollerklärung berechnet, nicht pro Paket. Fünf identische T-Shirts sind ein Artikel - 3 Euro. Aber ein T-Shirt, eine Tasche und ein Paar Schuhe sind drei Artikel - 9 Euro, egal, dass alles in einem Päckchen kam. Bei kleineren Bestellungen kann die Gebühr leicht den Warenwert selbst übersteigen.
Formal fällt die Pflicht auf die Onlineplattformen und Händler. In der Praxis wissen wir alle, wer am Ende zahlt. „Die fixe Zollgebühr wird immer auf den Kosten des Empfängers landen", räumt eine Beraterin der Zollverwaltung ein - ein Satz, der gerade deshalb ehrlich ist, weil er nichts beschönigen will. Je nach System wird die Gebühr entweder gleich beim Kauf berechnet oder später, wenn der Kurier an die Tür klopft.
Das ist nicht der erste Schlag gegen billige Importsendungen. Die Mehrwertsteuer auf Pakete aus Drittländern gilt schon seit 2021, und nun ersetzt die neue fixe Gebühr die frühere 150-Euro-Schwelle, unter der Importe leichter durchkamen. Das Ziel ist klar - die Kontrolle über die Flut von Millionen kleiner Sendungen aus Asien zu straffen, die seit Jahren fast unbesteuert hereinkommen.
Für Käufer auf dem Balkan hat die Geschichte einen doppelten Boden. Länder außerhalb der EU, wie Nordmazedonien, führen diese Gebühren nicht direkt ein, aber Plattformen halten selten eigene Regeln und Preise für jeden kleinen Markt - am einfachsten ist es, die Preise für alle anzuheben. Und wer an EU-Adressen bestellt, spürt es schon direkt. Große Plattformen werden wohl beginnen, Lager innerhalb der Union zu eröffnen, um einen Teil der Gebühren zu umgehen - was heißt, dass auch diese Rechnung, wie üblich, am meisten jene zahlen, die am wenigsten haben.
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