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Die Wartezeiten an europäischen Flughäfen haben sich verdoppelt: Die Zwei-Stunden-Schlange in Frankfurt ist unsere Schlange

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Die Wartezeiten an europäischen Flughäfen haben sich verdoppelt: Die Zwei-Stunden-Schlange in Frankfurt ist unsere Schlange

Das neue europäische Ein- und Ausreisesystem, bekannt als EES, sollte die Grenzen beschleunigen. Stattdessen haben sich die Wartezeiten an den größten europäischen Flughäfen verdoppelt. Die Zahlen stammen aus einer Analyse auf Basis von Messdaten zu Flughafenschlangen, und sie lassen wenig Interpretationsspielraum.

Frankfurt: Die maximale Wartezeit erreichte im Juli 120 Minuten, gegenüber 60 Minuten im selben Monat des Vorjahres. München: von 31 auf 60 Minuten. Amsterdam: von 80 auf 120 Minuten. Also exakt das Doppelte, an den drei meistfrequentierten Punkten Westeuropas.

Wen das genau trifft

Hier hört die Geschichte auf, eine fremde zu sein. EES verlangt von Reisenden, die keine EU-Bürger sind, bei der ersten Einreise biometrische Daten - Fingerabdrücke, Foto, Personalien. Der makedonische Pass fällt genau in diese Kategorie. Die 120-Minuten-Schlange in Frankfurt ist also nicht die Schlange, in der Deutsche stehen. Es ist die Schlange für uns.

Der Chef von Ryanair sagte, was die Fluggesellschaften denken: Das System sei so konzipiert, wie man es sich nur in Europa ausdenken konnte. Er fordert eine vorherige Online-Registrierung und behauptet, an rund 15 Flughäfen gebe es ernste Staus.

Siebzig Sekunden auf dem Papier

Die Europäische Kommission kontert mit einer eigenen Zahl: Die durchschnittliche Registrierung dauere rund 70 Sekunden, seit dem Start des Systems seien 160 Millionen Ein- und Ausreisen erfasst worden. Siebzig Sekunden klingen schmerzlos. Multiplizieren Sie das mit einem vollen Flugzeug mit 200 Passagieren an einem Schalter, und Sie kommen auf mehr als drei Stunden - und sofort wird klar: Das Problem ist nicht der Durchschnitt, sondern wie viele Schalter besetzt sind.

Dass das System nicht hält, was es verspricht, zeigt am besten dies: Acht Mitgliedstaaten und die Schweiz haben eine Verlängerung der befristeten Ausnahmen von einem Teil der Kontrollen beantragt, die im September auslaufen sollen. Wenn die Staaten, die das System einführten, Aufschub vom eigenen System verlangen, ist das keine technische Kleinigkeit.

In diesem Sommer reisen viele Familien aus der Region genau über diese Flughäfen. Ein Rat, der nichts kostet: Rechnen Sie bei der ersten Einreise mit biometrischer Registrierung eine zusätzliche Stunde an der Grenze ein und buchen Sie keine knappen Umsteigeverbindungen. Das System wartet, zumindest vorerst, nicht auf Sie - Sie warten auf das System.