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Erdbeben der Stärke 7,4 erschütterte Kolumbien: 111 Tote, und die Gebäude fallen in einer Sekunde

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Erdbeben der Stärke 7,4 erschütterte Kolumbien: 111 Tote, und die Gebäude fallen in einer Sekunde

Ein Erdbeben der Stärke 7,4 traf am Montagmorgen den Westen Kolumbiens. Das Epizentrum lag bei San José del Palmar im Departamento Chocó. Die bisherige Bilanz, veröffentlicht vom kolumbianischen Präsidenten: mindestens 111 Tote, 87 Verletzte, 1.575 beschädigte und 37 vollständig zerstörte Häuser.

Am schwersten traf es Pereira, eine der zentralen Städte in der Kaffeeregion des Landes. Allein dort starben mindestens 47 Menschen. In Cali teilte der Bürgermeister mit, 26 Gebäude seien eingestürzt und Rettungsteams suchten weiter nach Menschen unter den Trümmern. Das ist die entscheidende Zahl bei jeder solchen Katastrophe - nicht, wie viel eingestürzt ist, sondern wie viele Menschen noch darunter liegen.

Das Gebäude, das in einer Sekunde verschwand

Nach dem Beben tauchte im Netz eine Aufnahme aus Pereira auf, auf der ein Gebäude praktisch in einem Augenblick bis auf die Grundmauern zusammenfällt. Es schwankt nicht, es neigt sich nicht, es lässt niemandem Zeit hinauszulaufen. Es sackt einfach ab.

Das ist das Bild, das einen vorbereiteten Staat von einem unvorbereiteten unterscheidet. Ein Beben der Stärke 7,4 ist stark, aber keine Seltenheit - Kolumbien liegt an der Grenze dreier tektonischer Platten und weiß, dass es dort liegt. Die Frage, die nach solchen Aufnahmen immer kommt, betrifft nicht die Magnitude, sondern den Beton: Wer genehmigte dieses Gebäude, nach welchen Standards wurde es errichtet, und hat überhaupt jemand geprüft?

Die Region ist für Kaffee bekannt, nicht für seismische Infrastruktur. Aber wenn ein Land jahrzehntelang auf einem aktiven Störungssystem baut, zieht die Ausrede „niemand hat damit gerechnet" nicht mehr.

Warum das keine ferne Nachricht ist

Der Balkan kennt diese Szene. Skopje 1963, Zagreb und Petrinja 2020, Durrës 2019 - jedes dieser Daten hinterließ Trümmer und eine längere Liste von Fragen dazu, was gebaut wurde und wie. Jedes Mal folgt nach dem Beben derselbe Satz über die Überprüfung der Baustandards. Jedes Mal hält das Interesse genau so lange wie die Aufmerksamkeit.

Bei uns war die seismische Überprüfung öffentlicher Gebäude nach jedem stärkeren Beben in der Region ein Thema. Wie viele dieser Gebäude wurden wirklich geprüft und wie viele blieben bloß auf einer Liste? Das ist die Frage, die man vor dem nächsten Beben stellen sollte, nicht danach.

In Kolumbien läuft jetzt, was überall läuft - Rettungsteams, Zahlen, die sich mit jedem Bericht ändern, Familien, die auf der Straße warten. Die Liste der Toten ist noch nicht endgültig. Die Liste der Verantwortlichen wird in der Regel gar nicht erst beginnen.