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Ein gesundes Gehirn bedeutet nicht nur gutes Gedächtnis: die sechs Eigenschaften, die die Neurowissenschaft sucht

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Ein gesundes Gehirn bedeutet nicht nur gutes Gedächtnis: die sechs Eigenschaften, die die Neurowissenschaft sucht

Ein gutes Gedächtnis ist das erkennbarste Zeichen eines gesunden Gehirns - aber bei Weitem nicht das einzige. Die Neurowissenschaft sieht das Gehirn heute nicht als Festplatte zum Erinnern, sondern als lebendiges, veränderliches System, das sich an jede Erfahrung anpasst. Und gerade in dieser Anpassungsfähigkeit verbirgt sich das meiste von dem, was wir einen „gesunden Geist“ nennen.

Experten zählen sechs Eigenschaften auf, die ein gesundes Gehirn teilt, und interessant ist, dass keine davon „sich alles merken“ ist. Die erste ist Anpassungsfähigkeit - die Fähigkeit, eine Lösung zu finden, wenn die Dinge nicht so laufen, wie du es dir vorgestellt hast, statt stecken zu bleiben. Die zweite ist nie erlöschende Neugier: das Erlernen einer neuen Sprache oder Fähigkeit baut die sogenannte kognitive Reserve auf, eine Schutzschicht, auf die das Gehirn später im Leben zurückgreift.

Die dritte Eigenschaft ist der Umgang mit Emotionen - nicht ihr Unterdrücken, sondern die Fähigkeit, sie zu fühlen, ohne überwältigt zu werden. Die vierte ist die Freude an Beziehungen zu Menschen; soziale Bindungen aktivieren mehrere Prozesse im Gehirn zugleich und schützen direkt die kognitive Gesundheit. Das ist keine Phrase - Einsamkeit schadet dem Gehirn messbar.

Die fünfte ist die exekutive Funktion: die Fähigkeit zu planen, mehrere Aufgaben zu jonglieren und Entscheidungen zu treffen, selbst wenn du nicht alle Fakten kennst. Die sechste, die viele übersehen würden, ist die körperliche Beweglichkeit - Gleichgewicht, Koordination, schnelle Reaktion. Diese hängen von komplexen Hirnschaltkreisen ab, und wenn der Körper langsamer wird, gibt oft das Gehirn das erste Signal.

Wie die Forscherin Mara Dierssen erklärt, ist das Gehirn „ein dynamisches und plastisches System, das sich ständig mit der Erfahrung verändert“. Die Psychiaterin Marina Díaz Marsá fügt hinzu, dass das Gehirn wesentlich für Bewusstsein, Anpassung und Interaktion mit der Umgebung ist. Die Übersetzung für den gewöhnlichen Leser ist ermutigend: Ein großer Teil der Hirngesundheit wird nicht vererbt - er wird aufgebaut, jeden Tag, durch die Entscheidungen, die du triffst.