Skip to content

Iran dämpft die Erwartungen: Keine Unterschrift morgen - und Hormus bleibt der Punkt, der uns alle betrifft

1 Min. Lesezeit
Teilen
Iran dämpft die Erwartungen: Keine Unterschrift morgen - und Hormus bleibt der Punkt, der uns alle betrifft

Als Washington verkündete, ein Abkommen mit dem Iran sei fast fertig, beeilte sich Teheran, die Erwartungen zu dämpfen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai, erklärte kurz und klar: "Eine Unterschrift wird es morgen nicht geben." Er schloss nicht aus, dass es in den kommenden Tagen geschehen könnte, doch die Botschaft war unmissverständlich - nicht so schnell, wie manche es darstellen wollen.

Laut Baghai sind die Verhandlungen in ihre Endphase getreten, doch die politischen und prozeduralen Schritte sind noch nicht abgeschlossen. Iran betonte, dass die Nuklearfrage derzeit überhaupt nicht auf dem Tisch liege - der Fokus liege auf der Beendigung des Konflikts und auf der Schaffung von Bedingungen für die nächsten Verhandlungsrunden. Anders gesagt: zuerst ein Waffenstillstand, dann erst die großen Themen wie das Atomprogramm und die Sanktionen.

Hinter dem diplomatischen Vokabular steckt ein bekanntes taktisches Spiel. Die eine Seite will einen Erfolg in Reichweite zeigen, die andere senkt absichtlich die Temperatur, damit es nicht so aussieht, als gebe sie unter Druck nach. Das Thema hinter allem ist die Straße von Hormus und die regionalen Spannungen - ein Nadelöhr, durch das ein großer Teil des weltweiten Öls fließt, und wo jede Drohung mit einer Schließung sofort die Benzinpreise rund um den Globus bewegt, den Balkan eingeschlossen.

Und hier ist das, was auch uns betrifft, obwohl wir weit vom Persischen Golf entfernt sind. Wenn die Großen Deals machen, zahlen die Kleinen den Preis ihrer Uneinigkeit - an der Zapfsäule, auf der Stromrechnung, im Regal des Supermarkts. Deshalb lohnt es sich, jede "fast abgeschlossene" Phase mit einer gesunden Portion Skepsis zu verfolgen. Ein Abkommen, das ewig "einen Schritt vor der Unterschrift" steht und doch nie unterzeichnet wird, bedeutet meist, dass jemand noch um etwas feilscht, das er nicht laut ausspricht.