Die Grube in Kapistec wird zugeschüttet - vier Firmen, eine Baustelle, eine systemische Verantwortungslosigkeit
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12.04.2026
Irische Rechenzentren verbrauchten im vergangenen Jahr 22 Prozent der nationalen Stromproduktion - mehr als alle irischen städtischen Haushalte zusammen. Zum Vergleich: Dieselben Anlagen in den USA und Großbritannien verbrauchen nur 6 Prozent. Der von Umweltgruppen in Auftrag gegebene Bericht stuft diese Zahl als „Warnung für ganz Europa" ein.
Die Zahlen sind konkret. Von 2015 bis 2023 hat die irische Wirtschaft 715 Millionen Euro wegen der Rechenzentren verloren. Die durchschnittliche irische Familienstromrechnung stieg im selben Zeitraum um 360 Euro. Die Prognose - die durchschnittliche Haushaltsrechnung wird zwischen 2025 und 2034 um weitere 295 bis 644 Euro steigen.
Warum verteuern Rechenzentren den Strom für alle anderen? Weil sie ständig eine enorme, unnachgiebige Menge an Energie verlangen. Das bedeutet: In vielen Stunden bestimmen Gaskraftwerke den Marktpreis - und Gas ist am teuersten. Der Forscher Seán Fearon fasst es so zusammen: „Die große und ungebremste Nachfrage der Rechenzentren erhöht die Stundenzahl, in denen Gas den Preis auf dem irischen Markt setzt."
Gleichzeitig zeigt eine neue Studie der Arizona State University, dass Rechenzentren buchstäblich die Luft um sich herum aufheizen. Die Temperatur kann in Städten in Windrichtung dieser Anlagen bis zu 2 Grad Celsius höher liegen. Ein einziges Rechenzentrum erzeugt Abwärme im Umfang von 40.000 Haushalten. Das Ergebnis: höhere Temperaturen → mehr Klimaanlagen → mehr Verbrauch → mehr thermischer Druck auf das Netz. Ein klassischer Teufelskreis.
Für den Balkan ist das aus einem einfachen Grund wichtig: die mazedonische, serbische, rumänische Regierung träumen alle davon, Rechenzentren anzuziehen. Angebote von Microsoft, Amazon, Google ziehen alle paar Monate durch die Donauregion. Und in dieser Schlacht „um die Zukunft" achten nur wenige Verwaltungen auf die irischen 22 Prozent. Das wird unser Kampf in fünf Jahren - und wir haben noch nicht einmal begonnen darüber nachzudenken, wie wir ihn führen wollen.
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