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Alpac Capital kauft N1, Nova S, Vesti und Danas - 16 Millionen Zuschauer, 30 Millionen Euro und ein dünner Faden zu Orbán

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Alpac Capital kauft N1, Nova S, Vesti und Danas - 16 Millionen Zuschauer, 30 Millionen Euro und ein dünner Faden zu Orbán

Der Investmentfonds Alpac Capital kauft die Medienmarke Adria News Network (ANN) - das Netzwerk, das die kritischen Medien N1, Nova S, Vesti und Danas in Bosnien, Kroatien, Montenegro, Serbien und Slowenien umfasst. Das Publikum: über 16 Millionen Menschen, mit über 1.000 Journalisten und Mitarbeitern. Preis: 30 Millionen Euro.

Warum diese Summe und warum Alpac? Weil hinter dem Namen Pedro Vargas David steht, dessen Vater Mario David laut Berichten „ein langjähriger Berater des ehemaligen ungarischen Premiers Viktor Orbán" war. Zusätzlich hat der serbische Präsident Aleksandar Vučić Mario David als seinen Freund bezeichnet. Zwei Fakten zusammen sind ein guter Grund zu fragen - wer wird sich künftig um die redaktionelle Unabhängigkeit von N1 kümmern?

Der Vertrag „garantiert" den Erhalt der „redaktionellen Unabhängigkeit und des bestehenden Managementmodells." Es gibt „vertragliche Schutzmechanismen" und ein „unabhängiges externes Beratungsgremium." In der Sprache von Investmentverträgen heißt das: So-tun-als-ob. Wenn man ein Medium mit 16 Millionen Zuschauern in Ländern kauft, in denen die Regierungen mit ihm unzufrieden sind, ist der Besitz an sich schon ein politischer Schritt - unabhängig davon, was auf dem Papier steht.

Die redaktionelle Leitung von N1 wurde bereits unmittelbar nach Bekanntgabe des Verkaufs ausgetauscht. Das ist in Medienkreisen das erste Signal, in welche Richtung es geht. Der „Deal" über Unabhängigkeit wird sich in den nächsten 6 bis 12 Monaten messen - nicht in Pressekonferenzen, sondern in den Nachrichten, die gesendet werden, und in denen, die nicht gesendet werden.

Für den Balkan ist das eine Geschichte so alt wie die Region selbst - wenn eine kritische Stimme verkauft wird, wechselt der neue Eigentümer die Redaktion. Nur dass es diesmal über das gesamte ANN-Netz gleichzeitig geschieht, und diese Konsolidierung bedeutet, dass fünf Länder einen einheitlichen redaktionellen Ton bekommen. Für den Zuschauer ist das eine kleine Veränderung - bis zu dem Moment, in dem er wissen will, was eigentlich in seinem eigenen Land passiert.