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Er zeichnete das Kleid, in das Marilyn eingenäht wurde, um für Kennedy zu singen - danach schrieb er fünfzig Jahre lang Chers Sichtbarkeit

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Er zeichnete das Kleid, in das Marilyn eingenäht wurde, um für Kennedy zu singen - danach schrieb er fünfzig Jahre lang Chers Sichtbarkeit

Als Marilyn Monroe 1962 John Kennedy „Happy Birthday, Mr. President“ sang, war das Kleid, das sie trug, so eng, dass man sie hineinnähte. Dieses Kleid trug die Signatur von Jean Louis. Die Skizze zeichnete ein dreiundzwanzigjähriger Illustrator in seinem Studio - Bob Mackie.

Mackie starb am 14. September im Alter von siebenundachtzig Jahren. Geboren 1939 in Kalifornien, arbeitete er mit Edith Head bei Paramount und baute in elf Jahren bei The Carol Burnett Show jenen Ruf auf, der ihn lebenslang begleitete - „Sultan der Pailletten“.

Cher trug es, er schrieb das Wörterbuch

Wenn eine Beziehung seine Karriere erklärt, dann die zu Cher. Fast alle ihrer Looks, die Menschen aus dem Gedächtnis abrufen können, stammen von ihm - darunter jener von den Oscars 1986, als sie in etwas erschien, das die Academy offensichtlich nicht erwartet hatte. Das war kein Kostüm; das war eine Aussage darüber, wer die Grenze des Schicklichen festlegt.

Die Liste der Frauen, die er einkleidete, liest sich wie ein Überblick über die amerikanische Popmusik: Diana Ross, Whitney Houston, Tina Turner, Dolly Parton, Madonna, Elton John. Neun Emmys. Drei Oscar-Nominierungen. Aufnahme in die Hall of Fame der Television Academy. Und 2019 ein Tony für das beste Kostümdesign für The Cher Show - eine Anerkennung, die fünfzig Jahre nach seinem Anfang eintraf.

Was ihn anders machte

Die Mode lehrt uns, Eleganz sei Zurückhaltung. Mackie arbeitete nach der gegenteiligen Annahme: dass die Bühne verlangt, Kleidung müsse aus der letzten Reihe sichtbar sein, und dass die Frau, die dort steht, das Recht hat, mehr Raum einzunehmen, als ihr zugedacht ist. Die Pailletten, die Federn, die Transparenz - das waren Werkzeuge der Sichtbarkeit, nicht des Skandals. Der Skandal war eine Nebenwirkung.

Seine Barbie-Puppen waren dieselbe Idee im kleineren Format: Sammlerstücke, nicht für Kinder gemacht, sondern für Erwachsene, die wissen, dass Design eine Unterschrift ist.

Jetzt holen Miley Cyrus, Zendaya und Sabrina Carpenter sein Archiv hervor und tragen es wie neu. Das ist der klarste Beleg dafür, wie weit er war - wenn etwas vor fünfzig Jahren Gefertigtes heute auf einem roten Teppich auftauchen kann und niemand fragt, aus welchem Jahrzehnt es stammt.