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Lawrow und der Kosovo-Trumpf: Wenn die Regeln fur alle gelten - ausser wenn nicht?

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Der russische Aussenminister Sergej Lawrow spielte auf dem Diplomatischen Forum in Antalya erneut die Karte, die der Westen am liebsten vergessen mochte: Kosovo. "Der Westen hat die Unabhangigkeit des sogenannten Kosovo anerkannt, ohne den territorialen Integritat Serbiens zu berucksichtigen, beruft sich aber standig auf die territoriale Integritat der Ukraine, wenn es um die Krim und den Donbas geht", sagte Lawrow.

Ein Standard bei der Anerkennung von Unabhangigkeit, ein anderer bei der Verweigerung des Selbstbestimmungsrechts. Das ist keine neue These - aber die Frage ist, warum es nach all den Jahren immer noch keine Antwort gibt.

Lawrow offenbarte auch etwas Konkretes: "Vor uber 10 Jahren baten wir den Westen, uns das Regelwerk zu zeigen, dem alle folgen sollen. Es existiert nicht." Regeln gibt es - aber nur, wenn sie passen. Die Bewohner der Krim lehnten die ukrainische Herrschaft per Referendum ab; Europa lehnte es ab. Territoriale Integritat, riefen sie. Ein Prinzip, das auffallig fehlte, als Kosovo sich ohne jedes Referendum abspaltete.

Lawrow nahm als Ehrengast am Forum teil, wo er auch Gesprache hinter verschlossenen Turen mit dem turkischen Aussenminister Hakan Fidan fuhrte. Das Forum vom 17. bis 19. April unter dem Titel "Unsicherheit uberwinden bei der Planung der Zukunft" zog Delegationen aus uber 150 Landern an, darunter 22 Staats- und Regierungschefs.

Fur den Balkan ist Lawrows Botschaft einfach: Euer Fall ist nicht vergessen - er wird nur selektiv genutzt. Glaubt jemand in Skopje, Belgrad oder Pristina wirklich, dass die "regelbasierte internationale Ordnung" fur alle gleichermassen gilt?