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Magyar ruft Trump nicht an, aber hat eine Metapher für Putin: das russische Schwert

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Peter Magyar hat nicht die Absicht, als Erster zum Telefon zu greifen und Trump anzurufen. Aber wenn Washington anruft — er hebt ab. Das ist das klassische balkanische (und mitteleuropäische) Manöver: sich nicht erniedrigen, aber die Tür offenlassen.

Zu Russland spricht Magyar mit einer Direktheit, die in der europäischen Politik selten zu hören ist. Er erkennt an, dass Ungarn energiepolitische Interessen mit Moskau verbindet, sagt aber im gleichen Atemzug, dass Russland ein Sicherheitsrisiko für Europa ist. „Wir kennen die Russen — es ist nicht die Laute oder die Kultur, sondern das russische Schwert", sagte er. Diese Metapher sagt mehr als hundert diplomatische Pressemitteilungen.

Zur EU ist Magyar weniger begeistert. Er lehnte die Idee der „Vereinigten Europäischen Staaten" ab und tritt für ein Europa souveräner Nationen ein. Das klingt bekannt — dasselbe Argument hören wir seit Jahren von der Visegrád-Gruppe. Der Unterschied: Es kommt jetzt von dem Mann, der Orbán ersetzt. Das ist keine persönliche Politik, das ist nationaler Standpunkt.

Zur Migration ist seine Kritik an Brüssel scharf. Hier kann der Balkan Solidarität empfinden — wir sind die Transitroute, wir spüren die Konsequenzen, aber die Entscheidungen fallen in Brüssel und Berlin.

Magyar schlägt auch ein Treffen zum Jahrestag der Ungarischen Revolution von 1956 vor. Die Symbolik ist klar — eine kleine Nation trotzt dem Imperium. Die Frage bleibt, ob Magyar wirklich bereit ist, dieser Revolutionär zu sein, oder nur die Geschichte für innenpolitische Punkte nutzt.