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Milanović: Kroatien hat keine Feinde - außer Serbien

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Bei einer feierlichen Sitzung für die Gespanschaft Krapina-Zagorje entschied der kroatische Präsident Zoran Milanović, dass der Moment für Geopolitik reif sei. Kroatien hat eigentlich keine Feinde - außer Serbien, mit dem es die Beziehungen nicht normalisieren kann, sagte Milanović. Ein feierlicher Anlass, eine feierliche Aussage - nur die Botschaft war alles andere als feierlich.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Milanović in Richtung Belgrad schießt. Der kroatische Präsident hat sich längst als Provokateur profiliert, der sagt, was andere Diplomaten sorgfältig vermeiden. Manchmal ist das erfrischend. Manchmal ist es schlicht destruktiv. Diese Aussage erschwert die Arbeit derer in Zagreb, die tatsächlich versuchen, die nachbarschaftlichen Beziehungen zu verbessern.

Kroatien und Serbien haben ungeschlossene Wunden - das ist eine Tatsache, die niemand bestreitet. Die Frage ist, ob solche öffentlichen Aussagen dazu beitragen, sie zu schließen - oder nur ein heimisches Publikum auf Kosten jeden Fortschritts in den bilateralen Beziehungen befriedigen. Milanović' politische Karriere ist kompliziert. Aber zwischen dem Präsidentenpalais und dem Banski Dvori sendet Kroatien manchmal zwei völlig entgegengesetzte Signale in die Welt - und diese Spaltung hat ihren Preis.