Kinder mit Behinderung im Labyrinth gefangen, 10,7 Millionen ohne Grundlage ausgezahlt: die Prüfung der Sozialzentren
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23.04.2026
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12.04.2026
Es gibt eine Region in Italien, von der die Italiener sagen, sie existiere nicht. "Molise existiert nicht, es widersteht" - steht auf einem Wandgemälde des Straßenkünstlers Biancoshock im Dorf Civitacampomarano. Diese Selbstironie ist zum inoffiziellen Symbol einer der letzten wirklich unberührten Ecken Europas geworden. 230 Kilometer von Rom entfernt, kleiner als Liechtenstein - und ein Angebot, das unmöglich klingt: bis zu 8.000 Euro jährlich nur dafür, dass man dort hinzieht.
Molise ist Italiens am zweitwenigsten besiedeltes Gebiet. Die Dörfer leeren sich seit Jahrzehnten, und die Behörden haben beschlossen, den Trend mit finanziellen Anreizen für neue Bewohner umzukehren. Die Logik ist einfach: Besser jemanden zu bezahlen, der kommt, als zuzuschauen, wie das Dorf stirbt. Kennt man das auf dem Balkan? Der Unterschied ist, dass Italien Geld anbietet, während unsere Gemeinden Versprechen machen.
Aber warum nach Molise gehen, abgesehen vom Geld? Die Geschichte ist atemberaubend. In Saepinum befindet sich eines der besterhaltenen römischen Archäologieparks der Welt - Foren, Basiliken, ein Theater aus dem ersten Jahrhundert. Schafe passieren noch immer dieselben Tore wie vor zweitausend Jahren. In Isernia, der antiken Samniten-Stadt, befinden sich Überreste des "Homo aeserniensis" - über 700.000 Jahre alt. In Agnone arbeitet eine Glockengießerei ununterbrochen seit 1040 - dieselbe Methode, dasselbe Handwerk, unverändert über Jahrhunderte.
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