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Moskau beschlagnahmt westliche Fabrik im Wert von 700 Millionen: Die Spielregeln haben sich geaendert

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Moskau hat die polnisch-amerikanische Firma Canpack unter staatliche Kontrolle gestellt. Wert: 700 Millionen Dollar. Die Botschaft: Wenn der Westen russisches Geld einfrieren kann, kann Russland westliche Fabriken beschlagnahmen.

Canpack, ein Hersteller von Aluminiumdosen, wurde per Praesidialerlass unter "externe Verwaltung" gestellt - was in der Praxis Konfiskation mit einem schoenerem Namen bedeutet. Das Unternehmen ist in polnisch-amerikanischem Besitz, und Polen gehoert zu den lautesten Befuerwortern der Sanktionen gegen Russland.

Der Schritt ist Vergeltung fuer eingefrorene russische Vermoegenswerte im Ausland. Moskau wartete auf den richtigen Moment und das richtige Ziel - ein polnisches Unternehmen, fuer maximale politische Wirkung. "Wenn russisches Eigentum in Europa ohne klaren Rueckgabemechanismus eingefroren werden kann, geniessen westliche Investitionen in Russland keinen Schutz mehr" lautet die Logik hinter der Entscheidung.

Fuer westliche Unternehmen, die noch in Russland taetig sind, ist dies ein Alarmsignal. Die Spielregeln haben sich geaendert - nicht erst seit gestern, sondern seit beide Seiten entschieden haben, dass fremdes Eigentum eine legitime Kriegswaffe ist.

Polen wird mit Verurteilung reagieren. Die EU wird eine Erklaerung abgeben. Und Canpack wird weiter Dosen produzieren - nur jetzt fuer russische Interessen. Wirtschaftskrieg ist keine Metapher. Es ist Konfiskation in Echtzeit, mit Unterschriften von Praesidenten und Stempeln von Regierungen.