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Ein Nobelpreisträger verließ DeepMind für Anthropic: Der Krieg um KI-Köpfe kennt keine Gnade

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Ein Nobelpreisträger verließ DeepMind für Anthropic: Der Krieg um KI-Köpfe kennt keine Gnade

Der Krieg um Köpfe in der künstlichen Intelligenz hat ein weiteres Opfer gefordert - und nicht irgendjemanden. John Jumper, Nobelpreisträger, verlässt nach rund neun Jahren Google DeepMind und wechselt zum Konkurrenten Anthropic. Wenn Menschen mit einem Nobelpreis in der Hand den Arbeitgeber wechseln, als wechselten sie das Telefon, sagt das etwas darüber aus, wohin sich die Macht in der Branche verschiebt.

Jumper ist kein zufälliger Name. Gemeinsam mit DeepMind-Chef Demis Hassabis gewann er 2024 den Nobelpreis für Chemie für die Entwicklung von AlphaFold - einem KI-Modell, das vorhersagt, wie sich Proteine im dreidimensionalen Raum falten, ein Problem, mit dem sich die Wissenschaft jahrzehntelang abmühte. Das ist kein Chatbot, der Briefe schreibt; es ist ein Werkzeug, das verändert, wie Biologie als Wissenschaft funktioniert.

"Er ging ein echtes Risiko ein, indem er mich nur sechs Monate nach meiner Promotion das AlphaFold-Team leiten ließ", schrieb Jumper in dem Post, mit dem er sich von Hassabis verabschiedete. "DeepMind ist ein besonderer Ort und ich werde mich weiterhin freuen zu hören, welche unglaublichen Dinge sie entdecken." Ein höflicher Abschied, aber dennoch ein Abschied - und der zweite diese Woche. Character-AI-Mitgründer Noam Shazeer verließ ebenfalls DeepMind, nur ging er zu OpenAI.

Das Bild ist klar: Die drei größten Akteure der künstlichen Intelligenz - Google, OpenAI und Anthropic - kämpfen nicht nur um Nutzer und Milliarden, sondern um ein paar Dutzend Menschen, die wirklich wissen, wie diese Systeme gebaut werden. Talent ist eine seltenere Ware als Geld. Und wenn selbst Nobelpreisträger umziehen, ist die Frage nicht, wie viel sie zahlen, sondern wem sie glauben, dass er ihnen mehr Freiheit zum Arbeiten gibt. Der Balkan kennt das aus einem anderen Blickwinkel - auch bei uns gehen die Fähigsten dorthin, wo man sie schätzt, nur endet unsere "Abwanderung der Köpfe" selten mit einem Nobelpreis.