Skip to content

Ohrid ECO 2026: 80 Taucher aus vier Ländern machten das, was die Institutionen nicht schaffen - das Reinigen des Seegrunds

1 Min. Lesezeit
Teilen

Ohrid ECO 2026 ist keine gewöhnliche Umweltaktion für die Kamera. An diesem Wochenende kamen 80 Taucher aus Mazedonien, Kroatien, Serbien und Bosnien und Herzegowina auf dem Autocamp Gradište zusammen und gingen an eine Arbeit, die alle Umweltministerien zusammen nicht leisten - den Grund des Ohridsees zu reinigen. Und sie haben es getan.

Die Aktion organisierte das Tauchzentrum „Amfora" mit Hilfe regionaler Partner. Das Ergebnis - eine große Menge Müll, vom Grund eines der ältesten Seen Europas geborgen. Von Plastik bis Autoteile bis Fischernetze. Alles, was ein Tourist, ein Angler oder ein unachtsamer Fahrer in den letzten 30 Jahren ins Wasser werfen konnte - taucht jetzt wieder auf, wenn Taucher mit Maske und Ausrüstung darüber gehen.

„Amfora" macht das nicht zum ersten Mal. Ähnliche Aktionen werden jährlich organisiert, aber die Skala in diesem Jahr ist die größte. 80 Taucher aus 4 Ländern - das ist die Art regionaler Zusammenarbeit, die Politiker in Reden loben, aber in der Praxis nicht aufbauen. Diesmal haben Menschen von den verschiedenen Seiten umstrittener Grenzen gezeigt, dass man für gemeinsames Erbe noch immer gemeinsam arbeiten kann. Das ist keine Kleinigkeit.

Für den Ohridsee ist das dringende Arbeit. Die UNESCO hat mehrfach gewarnt, dass der Status als „Welt-Natur- und Kulturerbe" überprüft werden könnte, wenn die Vernachlässigung anhält. Die Gemeinden rund um den See - sowohl auf mazedonischer als auch auf albanischer Seite - schaffen es nicht, die Zahl der Bauten, den Müll, die Fischerei zu kontrollieren. Und solange sich die Institutionen nicht bewegen, nehmen Freiwillige Masken und gehen unter Wasser.

Die Frage, die für die Leser offen bleibt: Warum Freiwillige? Warum müssen 80 Menschen aus 4 Ländern ihre Ausrüstung selbst bezahlen und ein Wochenende unter Wasser verbringen, um das zu tun, wofür die Institutionen Budget, Teams und Verpflichtung haben? Das ist eine Frage, deren Antwort nicht in einer Umweltanalyse liegt. Sie liegt in der Frage, wie - oder ob - der Staat auf jeder Seite des Sees funktioniert.