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14. „Erster auf den Gipfel des Vodno” - Wenn Skopje wenigstens einen Tag im Jahr mit seinem Berg läuft, fährt und atmet

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Heute findet auf dem Vodno die 14. Auflage von „Sparkasse Life - Erster auf den Gipfel” statt. Es ist eine Veranstaltung, die zeigt, dass Skopje mehr sein kann als verstopfter Verkehr, verpestete Luft und politische Streitereien - die Stadt kann mit dem Berg, der sie umgibt, laufen, fahren und atmen. Wenigstens einmal im Jahr.

Fünf Wettkampfkategorien: Berglauf (4,5 Kilometer), Mountainbike (9 Kilometer), Straßenradrennen (11,4 Kilometer), ein E-Bike-Rennen (9 Kilometer), und ein Teambuilding-Rennen für Firmen (4,5 Kilometer). Vom Start des Radrennens um 9:45 Uhr, über den Lauf um 10:00, bis zur ganzen Atmosphäre auf dem Gipfel - die Veranstaltung hat ihren eigenen Rhythmus und ihren eigenen Zauber.

Der Start ist am Museum von Skopje, die Strecke führt an der Polizeistation vorbei, durch Mittel-Vodno, bis zum Gipfel. Alle Finisher erhalten eine Medaille. Es gibt auch einen Preispool von 1.000 Euro für diejenigen, die einen neuen Streckenrekord aufstellen. Nach dem Rennen - Essen, Getränke, DJ, Konzert. Ein Familientag im Freien, die Art Veranstaltung, die die meisten westeuropäischen Städte jedes Wochenende im Sommer haben, während wir sie einmal im Jahr bekommen.

Warum ist das wichtig? Weil der Vodno-Berg die größte öffentliche Grünfläche Skopjes ist. Anders als Stadtparks, die man meist zum Spazieren nutzt, verlangt der Vodno ein anderes Engagement - Ausrüstung, Wege, körperliche Anstrengung. Wenn Tausende Menschen an einem Tag an einem Ort zusammenkommen, ist das nicht nur Sport - es ist eine Aussage, dass die Stadt etwas anderes sein kann.

Es gibt auch eine breitere Lehre. Skopje braucht mehr solche Veranstaltungen, nicht eine pro Jahr. London, Barcelona, Athen veranstalten jeden Monat Freizeitläufe. Wien hat bessere Radwege durch die ganze Stadt. Wir haben einen Tag auf dem Vodno - und das ist gut, aber nicht genug. Mit etwas Unterstützung von den Gemeinden könnten solche Veranstaltungen zur Routine werden, nicht zum gelegentlichen Luxus.

Heute werden alle, die auf den Gipfel steigen, sich ein wenig fühlen wie Teil von etwas Größerem als ihre eigene Anstrengung und ihr Schweiß. Es ist einer der seltenen Momente, in denen Skopje sich als mehr zeigt als eine politische Arena - als Heimat, in der man leben, sich bewegen und atmen kann. Wenn nicht im Rest des Jahres, dann wenigstens an einem Tag.