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Brent über 111 Dollar: Trump schreibt „die Uhr tickt für Iran", die Märkte reagieren, die Tankstellen in Skopje schweigen

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Der Ölpreis an den Weltmärkten liegt wieder über 110 Dollar pro Barrel. Das ist kein technischer Sprung aus Händlerinteresse. Es ist eine Reaktion auf eine konkrete Drohung - Donald Trump hat auf „Truth Social" klar geschrieben, dass „die Uhr für den Iran tickt". Und die Märkte haben das als Ankündigung einer weiteren Krise in Hormus gelesen.

Brent crude stieg auf 111,30 Dollar pro Barrel, plus 1,82%. WTI crude liegt bei 107,60 Dollar, plus 2,10%. Beide Benchmarks legen über 7% in der vergangenen Woche zu. Das ist ein Sprung, der an den Skopjer Tankstellen mit 10 bis 14 Tagen Verzögerung spürbar wird. Wenn er ankommt, sind das ein Euro mehr für eine durchschnittliche 50-Liter-Tankfüllung.

Der Kontext ist breiter als eine Aussage des US-Präsidenten. Durch die Straße von Hormus läuft ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Öl und Flüssiggas. Es ist ein Infrastruktur-Engpass, der - sobald er geschlossen oder mit Raketen oder Drohnen blockiert wird - die gesamte Weltversorgung verschiebt. Saudi-Arabien, Irak, Katar - all diese Länder exportieren über diesen Kanal. Iran kontrolliert territorial eine Seite.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte, Teheran habe „kein Vertrauen" in die USA, „aber Raum für einen diplomatischen Austausch" bleibe. Das ist diplomatische Sprache für „wir sind nicht völlig wütend, aber wir geben auch nicht nach". Wenn Trump auf „Truth Social" spricht und der iranische Minister bei der Staatsagentur - sind das zwei parallele Bühnen ohne echtes Treffen. Dazwischen preisen die Märkte eine Risikoprämie ein.

Für Balkan-Familien heißt das: Gas und Öl werden in den kommenden Wochen teurer. Die EU plant weiter strategische Reserven - aber Mazedoniens Reserven liegen nicht auf einem Niveau, das einen weiteren Schock auffangen könnte. Transportunternehmen planen bereits Preiserhöhungen. Was folgt, ist die Standardliste - teurerer Transport, teurere Grundnahrungsmittel, und eine Bevölkerung mit durchschnittlich 30.000 Denar Lohn, die immer kleinere Körbe im Supermarkt füllt.