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Cannes ohne den roten Teppich: die Altstadt Le Suquet, der Klosterwein von Saint-Honorat und der Markt von 1934

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Cannes ist derzeit vom 79. Filmfestival von Cannes belegt - bis zum 23. Mai. Aber sobald die Stars abgereist sind und der rote Teppich eingerollt ist, erweist sich diese Stadt an der Côte d'Azur als weit mehr als eine Kulisse für Fotos. Und genau dann ist sie am schönsten.

Die zwei Kilometer lange Croisette ist das bekannteste Ziel. Hotels, Restaurants, Strände, Geschäfte - alles nebeneinander, mit Blick auf das Mittelmeer. Aber der wahre Charme von Cannes verbirgt sich in Le Suquet, der mittelalterlichen Altstadt auf dem Hügel. Kopfsteinpflaster, Pastellfassaden, enge Gassen, die nach einem Spaziergang ohne Plan verlangen. Oben steht das Musée de la Castre, untergebracht in einem Turm aus dem 12. Jahrhundert, mit einem Blick, der die ganze Bucht umfasst.

Wer Essen liebt, geht zum Marché Forville. Seit 1934 geöffnet, mit provenzalischen Käsen, Oliven, Fischprodukten und lokalen Spezialitäten. Hier kaufen sowohl lokale Köche als auch Touristen ein, die etwas fürs Picknick mitnehmen wollen. Geh zurück zum Alten Hafen (Vieux Port) - hier liegen die Jachten, und an einem Ende steht der Palais des Festivals mit der berühmten Allee der Stars, über 300 Handabdrücken von Filmstars.

Zum Shoppen - Rue d'Antibes, die Hauptgeschäftsstraße. Zwischen Luxusboutiquen und den üblichen französischen Marken. Erwarte keine Rabatte - Gucci und Chanel kosten dasselbe wie in Paris. Erwarte Atmosphäre, eine Theke für ein Glas Wein zwischendurch und einen französischen Nachmittag ohne Eile.

Zwanzig Minuten mit dem Boot vom Hafen, und du landest auf den Inseln Sainte-Marguerite und Saint-Honorat - Teil des Lérins-Archipels. Sainte-Marguerite war das Gefängnis des Mannes mit der eisernen Maske, des geheimnisvollen Gefangenen aus dem 17. Jahrhundert. Heute ist das Fort Royal ein Museum. Saint-Honorat ist nach wie vor ein aktives Benediktinerkloster mit Wein, den die Mönche herstellen und verkaufen - und das ist guter Wein.

Die kinematografische Geschichte der Stadt trägt das Hotel Carlton, bekannt durch die Szenen aus To Catch a Thief von Alfred Hitchcock mit Grace Kelly. Es steht an der Croisette wie ein Denkmal einer Ära, in der Cannes Synonym für Glamour ohne Ironie war. Du musst dort nicht übernachten - ein Kaffee auf der Terrasse kostet vier Euro weniger als ein Zimmer, und die Szenerie ist dieselbe.

Cannes nach dem Festival ist das, was Cannes tatsächlich ist - eine ruhige Mittelmeerstadt mit verstärktem Glanz aus der Geschichte. Du kommst nach dem 23. Mai, der Rhythmus geht zurück, die Preise auch. Und du hast all diese Orte ohne Schlangen und ohne rote Teppiche im Weg.