Gemeinde Centar erhöht Neugeborenenhilfe auf 10.000 Denar - 4-Millionen-Budget für 2026
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23.04.2026
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12.04.2026
Es gibt Villen in Rom, die für Gäste und soziale Medien gebaut werden. Und es gibt jene, die für Enkel gebaut werden. Maria Sole Torlonia - Erbin zweier der bedeutendsten italienischen Dynastien, Agnelli und Torlonia - lebt in einer aus der zweiten Kategorie. Das Anwesen im römischen Umland wurde von ihren Großeltern in den 1950er Jahren geplant und 1960 fertiggestellt. „Alles, was heute hier existiert, wurde von meinen Großeltern von Anfang an erdacht und geschaffen”, sagt sie.
Das Hauptgebäude ist das Werk des Architekten Tomaso Buzzi, der es 1956 entwarf. Symmetrie ohne Pomp, Anpassung an das Gelände statt architektonischer Arroganz. Wenn man ein römisches Architekturprojekt aus dieser Zeit sieht, erkennt man es sofort - das ist nicht der Luxus der Neureichen, das ist der diskrete Stil von Menschen, die seit Generationen Überfluss haben und ihn nicht erneut beweisen müssen.

Drinnen, im zentralen runden Salon, befinden sich Signatur-Stücke des Dekorateurs Renzo Mongiardino. Diesen Namen sollte man sich merken - er ist der Mann, der die prestigeträchtigsten italienischen Häuser der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dekoriert hat. Alles, was er gemacht hat, trägt den Stempel des italienischen guten Geschmacks: nicht überbordend, nicht übermäßig minimal, und stets mit einer historischen Referenz, die nur die Hausherrin kennt.
Das Esszimmer ist ein Lehrstück dafür, wie Italiener Geschichte mit Alltag mischen - die Türen stammen aus einer sizilianischen Sakristei, das Ginori-Porzellan aus dem späten 18. Jahrhundert. Das ist kein Museum. Hier essen Menschen jede Woche Pasta. „Ich komme aus zwei außergewöhnlichen Familien und habe versucht, von jeder das Beste aufzunehmen”, sagt Maria Sole.
Die beiden Portiken - Sommer- und Winterportikus - sind eigene Wohnbereiche. Im Winterportikus steht eine Bambusbar von Paul Frankl aus dem Jahr 1950. Kein Design-Artefakt zum Anschauen - einfach eine Theke, an der Cocktails gemixt werden. Die Majolika-Böden tragen bukolische römische Bauernszenen und erinnern erneut daran, dass dies keine aristokratische Pose ist - es ist eine sehr reale Familienerinnerung daran, woher der Reichtum kommt: vom Land.

Die Ställe gelten als einige der schönsten der Welt - und Maria Sole ist dort nicht zufällig. „Mit zwei Jahren bin ich zum ersten Mal auf einem Pferd gesessen”, sagt sie. Ihr Morgen ist Reiten, dann Frühstück mit den Kindern. Klassische europäische adlige Routine, aber ohne Anspruch. Das Anwesen wird nicht für Filmaufnahmen geöffnet, nicht für Hochzeiten vermietet, nicht als Magazinkulisse benutzt (außer selten für ein dokumentiertes Porträt wie dieses).
Maria Sole lebt nicht nur von der Familiengeschichte. 2013 gründete sie mit Corrada Rodriguez d'Acri und Delfina Pignardi BLAZÉ Milano - eine Marke für maßgefertigte Sakkos, die sich auf moderne Weiblichkeit konzentriert. Das Geschäft läuft eigenständig, ohne sich auf den Familiennamen zu stützen. Wenn du in einem Haus mit Böden aus dem Jahr 1956 und Originalwerken deiner Großmutter an der Wand lebst, musst du nicht beweisen, dass du Geschmack hast. Du lässt ihn einfach durch die Produkte sprechen.
Das Torlonia-Anwesen funktioniert als komplette Familienstruktur - eine Bibliothek neben dem runden Salon, die Küche als Herz des Hauses, Ställe voller Vollblüter, jeder Raum für einen spezifischen Lebensrhythmus konzipiert. Nicht für Gäste. Nicht für die Kamera. Dafür, wie gelebt wird, jeden Tag, 50 Jahre lang. Das ist der Unterschied zwischen Reichtum und Erbe - Reichtum wird gekauft, Erbe wird gepflegt.
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