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USA und China unterzeichnen Abkommen über 200 Boeing-Jets und 17 Milliarden Soja - Boeing bekommt eine Rettung, Europa eine Erinnerung

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Das Weiße Haus hat ein großes Handelsabkommen mit Peking bestätigt, und Trump rühmte sich eines „monumentalen" Arrangements. China wird 200 Boeing-Flugzeuge kaufen, sich zum Kauf von 17 Milliarden Dollar jährlich an US-Agrarprodukten bis 2028 verpflichten und seinen Markt für amerikanisches Rindfleisch nach Jahren der Schließung öffnen. Für regionale Leser ist das eine große Geschichte - mit vielen Schichten.

Die landwirtschaftliche Seite ist interessanter als die Schlagzeile. Sie umfasst 25 Millionen Tonnen Soja pro Jahr, eine Menge, die strategische Abhängigkeit widerspiegelt, nicht Marktlogik. Und sie stellt Importe aus über 400 amerikanischen Fleischfabriken wieder her, die zuvor vom chinesischen Markt ausgeschlossen waren. Für US-Farmer ist das Geld in der Bank. Für das Weiße Haus sind das Argumente für die nächste Wahl.

Für Boeing sind 200 Flugzeuge - die Rettung. Der Konzern hatte die schwersten fünf Jahre seiner Geschichte - zwei große Abstürze, Sicherheitsuntersuchungen, Produktionsprobleme, ein Einbruch bei den Bestellungen. Chinesische Bestellungen waren der letzte Hebel, um aus dem finanziellen Schlamassel herauszukommen. Jetzt kommen diese Bestellungen, und mit ihnen kommt eine Forderung - die USA müssen Motoren und Komponenten für die Inlandsproduktion in China liefern. Das ist ein Handelsabkommen mit eingebautem Technologietransfer. Strategisch betrachtet ist das nicht harmlos.

Und hier kommt der interessante Teil. Gleichzeitig umfasst ein Teil des Abkommens eine Vereinbarung über seltene Erden und kritische Mineralien - Yttrium, Scandium, Neodym, Indium. Das sind Rohstoffe, ohne die sich moderne Elektronik oder EV-Batterien nicht bauen lassen. China hält praktisch ein Monopol. Jetzt verpflichtet es sich, amerikanische „Lieferkettenprobleme" zu adressieren. Was das konkret bedeutet - wird die technische Umsetzung zeigen.

Das Abkommen sieht auch die Einrichtung zweier neuer institutioneller Gremien vor: den US-China-Handelsrat und den US-China-Investitionsrat. Das sind Strukturen, die das laufende Verhältnis zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt steuern sollen. Das ist diplomatische Infrastruktur, die zuvor zerfallen war. Jetzt bauen China und die USA sie wieder auf - nicht als Freunde, sondern als Menschen in einem Raum mit Verträgen, die unterschrieben werden müssen.

Für Europa und für den Balkan ist das ein gemischtes Signal. Einerseits bedeutet die Stabilisierung der Beziehungen zwischen USA und China mehr Vorhersehbarkeit für die Weltmärkte. Andererseits heißt es, dass Europa von den größten Deals ausgeschlossen wird. Die EU debattiert intern über ihren Markt, ihre Fabriken, ihre Strategien - aber die Umsetzung kommt immer zu spät. Die Deals werden in einer Welt ohne Brüssel gemacht. Und das ist weder gut, noch führt es zu irgendeinem großen Sinn.